Die EU-Kommission legt Intel Rekordstrafe auf, Intel will klagen

Marktmissbrauch: Intel muss 1,06 Milliarden Euro zahlen

Marktmissbrauch: Intel muss 1,06 Milliarden Euro zahlen Die EU-Kommission hat Intel eine Kartellstrafe von 1,06 Milliarden Euro auferlegt. Der weltgrößte Chiphersteller habe seine marktbeherrschenden Stellung bei Prozessoren missbraucht, um Konkurrenten vom Markt zu verdrängen. Wie die Kommission am Mittwoch in Brüssel erklärte, sieht sie es als erwiesen an, dass Intel jahrelang mit Hilfe unzulässiger Rabatte und Schmiergeldzahlungen an Computerhersteller und Händler vor allem den direkten Konkurrenten AMD vom Markt ferngehalten hat.

Der größten Elektronik-Fachmarktkette Europas Media-Saturn-Holding soll Intel beispielsweise Geld gezahlt haben, damit diese keine Computer mit Hauptprozessoren der Konkurrenz anbiete. Computerhersteller sollen Zahlungen erhalten haben, damit diese Geräte mit AMD-Prozessoren verspätet oder gar nicht auf den Markt bringen. Zu den betroffenen Herstellern sollen Acer, Dell, HP, Lenovo und NEC gehören. Die Wettbewerbshüter ordneten Intel an, diese rechtswiedrige Geschäftspolitik einzustellen.

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"Das ist das höchste Bußgeld, das wir jemals beschlossen haben", sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Ein derart schwerer und anhaltender Verstoß gegen das EU-Kartellrecht kann nicht hingenommen werden." Die Strafe übertrifft selbst die von Microsoft und Siemens.

Intel schlägt zurück

Nur eine Stunde nach der Urteilsverkündung kündigte Intel an, sich gegen die Milliarden-Strafe zu wehren. "Es gab absolut keinen Schaden für die Verbraucher. Intel wird dagegen klagen", sagte Konzernchef Paul Otellini. Intel habe kein EU-Recht verletzt und die EU-Kommission sei falsch informiert, behauptete er. Sie ignoriere, wie hart der Wettbewerb in dieser Branche sei. Außerdem habe die EU-Kommission wesentliches Beweismaterial von Intel ignoriert.

Die Untersuchungen hatte die europäische Wettbewerbsaufsicht vor rund acht Jahren begonnen, nachdem AMD Beschwerde eingereicht hatte. Intel hatte zu dieser Zeit weltweit mindestens 70 Prozent Marktanteil bei Computerprozessoren. In der Zeit von Ende 2002 bis Ende 2007 habe Intel diese große Marktmacht gegen die Konkurrenz ausgespielt.

Heute beherrscht Intel 80 Prozent des Marktes. Im Jahr 2008 erziehlte Intel 5,3 Milliarden US-Dollar Gewinn, bei 37,6 Milliarden Dollar Umsatz. Erst am Vormittag hatte Intel erklärt, dass die Geschäfte besser laufen als erwartet. Im April hatte Intel für das erste Quartal einen Gewinnrückgang um mehr als 50 Prozent gemeldet.

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