Anbieter sehen ihr Geschäft mit Handy-Gesprächen bedroht

Mobilfunk: Vodafone und T-Mobile boykottieren Skype-Handys (Update)

Mobilfunk: Vodafone und T-Mobile boykottieren Skype-Handys (Update) Nach einem Bericht der Tageszeitung Die Welt weigern sich die beiden größten deutschen Mobilfunkanbieter T-Mobile und Vodafone, Nokia-Handys mit vorinstallierter Skype-Version zu vertreiben, darunter das internetfähige Mobilfunktelefon N97. "Wir bieten diese Geräte unseren Kunden nicht an", zitiert das Blatt einen Vodafone-Manager.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Das Update vom 12. Mai 2009 finden Sie am Ende des Artikels
  2. 2T-Mobile sieht Netzqualität gefährdet
  3. 3Update vom 12. Mai 2009: Vodafone dementiert Streit mit Nokia und plant Sondertarife

Das Update vom 12. Mai 2009 finden Sie am Ende des Artikels

Hintergrund für die Blockade sind Befürchtungen der Mobilfunkanbieter, die massenhafte Skype-Nutzung auf Handys könne ihr Geschäft mit Telefongesprächen zerstören. Mit Skype sind Telefonate ins Mobilfunk- und Festnetz weitaus günstiger als über Anbieter wie Vodafone oder T-Mobile. Untereinander führen Skype-Nutzer sogar kostenlos Gespräche.

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T-Mobile sieht Netzqualität gefährdet

Ob die Mobilfunkanbieter mit ihrem Boykott erfolgreich sind, ist fraglich. Die EU-Kommissarin Viviane Reding meint, T-Mobile & Co. würden gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen. Reding hatte deshalb die Regulierungsbehörden aufgefordert, rechtlich gegen Unternehmen vorzugehen, die Dienste wie Skype unter Ausnutzung ihrer Marktmacht ausbremsen wollen.

T-Mobile hingegen sieht durch Dienste wie Skype die Qualität des eigenen Mobilfunknetzes gefährdet. Schon Ende März hatte die Telekom-Tochter die Nutzung von Skype auf dem iPhone und BlackBerry gesperrt. Zur Begründung hieß es, Skype verlangsame die Übertragungsgeschwindigkeit und garantiere nur eine unzureichende Sprachqualität.

Eine Lösung für den Konflikt zwischen Mobilfunkanbietern und Nokia könnte eine zusätzliche Gebühr für die Internet-Telefonie sein. Entsprechende Pläne hat T-Mobile laut Die Welt schon durchgespielt.

Update vom 12. Mai 2009: Vodafone dementiert Streit mit Nokia und plant Sondertarife

Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat noch am Montag Berichte über einen Boykott von Nokia-Handys wegen vorinstallierter Skype-Software dementiert. "Es gibt keinen Streit zwischen Nokia und uns", sagte Vodafone-Sprecher Kuzey Esener der Nachrichtenagentur dpa. Vodafone kündigte spezielle Datentarife an für Kunden, die Skype auf dem Handy nutzen wollen. Auch T-Mobile denkt über einen Sondertarif nach.

Die Telekom-Tochter wird nach eigenen Angaben auch das demnächst erscheinende internetfähige Nokia-Handy N97 vertreiben. Auf dem Handy werde allerdings keine Skype-Software vorinstalliert sein, heißt es bei T-Mobile. Nokia liefere seine Mobiltelefone stattdessen mit einem Voice-over-IP-Clienten aus. Über diese Software könne der Kunde dann frei entscheiden, welchen Dienst er für die Internet-Telefonie nutzen möchte.

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