Weil Google zum Buchmonopol werden könnte, laufen deutsche Verlage Sturm

Streit Buchsuche: Deutsche Verlage gegen Google

Streit Buchsuche: Deutsche Verlage gegen Google Der Internetkonzern Google arbeitet daran, Millionen Bücher der Welt einzuscannen und online zur Verfügung zu stellen. Deshalb streiten sich deutsche Verlage in den USA mit Google vor Gericht. Von den weltweit 290 Millionen Büchern hat Google 80 Millionen in seiner Datenbank verzeichnet und sieben Millionen bereits eingescannt. Darunter viele aktuelle deutsche Bücher. Damit stellte Google die Verlage und Autoren weltweit vor vollendete Tatsachen. Erst in einem 45 Millionen Dollar teuren Rechtsstreit stimmten die amerikanischen Buchverlage zähneknirschend einem Vergleich mit dem Milliardenkonzern zu. Ein weiterer Prozess hätte Unsummen verschlungen.

Demnach darf Google zahlreiche eingescannte Bücher in den USA online zugänglich machen - einerseits zur Voransicht mit einer begrenzten Anzahl Seiten. Andererseits verkauft Google künftig einen Online-Zugriff auf komplette Inhalte einzelner oder mehrerer Bücher. Die Einnahmen gehen zu 37 Prozent an Google, 63 Prozent sollen Verlage erhalten.

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Einspruch bis 2011

Möglich sein soll das nur, wenn der jeweilige Buch-Rechteinhaber dem nicht bis zum Jahr 2011 widerspricht. Zwar betont Google, dass man sowieso nur Bücher online anbiete, die entweder vergriffen seien oder kein Urheberrecht mehr aufwiesen. Es gehe also vorwiegend um alte Bücher. Doch: Vergriffen bedeutet aus Sicht Googles "not commercially available". Das heißt: Alle Bücher, die in den USA im Handel nicht erhältlich sind, werden als "vergriffen" gewertet - also auch die meisten deutschen Bücher.

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Auf der Seite www.googlebooksettlement.com versammeln sich die Verlage und Autoren im Rechtsstreit gegen Google.

In diesem Zusammenhang erklärte Dr. Christian Sprang vom Börsenverein des deutschen Buchhandels gegenüber netzwelt: Etwa 750.000 von 1 Million in Deutschland lieferbarer Bücher gelten aus Googles Sicht als "not commercially available". Nach Googles Lesart würden all diese Bücher Google zur Verfügung stehen.

Angst vor amerikanischem Buchmonopol

Google stützt sich bei seiner Einscann-Arbeit auch auf Bibliotheken, indem deren Bücher eingescannt werden. Doch beschränkt sich das beispielsweise im Falle der Staatsbibliothek München auf rund 1 Million von insgesamt 9,4 Millionen Büchern: "Wir stellen nur Bücher zur Verfügung, die älter als 70 Jahre sind und für die deshalb kein Urheberrecht mehr gilt", erklärt Peter Schnitzlein, Sprecher der Staatsbibliothek München, gegenüber netzwelt. Damit stößt er beim Börsenverein des deutschen Buchhandels auf wenig Verständnis. Dort ist man der Meinung, das Einscannen deutschen Kulturguts sei staatliche Aufgabe und könne nicht mehr oder weniger exklusiv einem Konzern wie Google überlassen werden.

Der Börsenverein sowie die Verwertungsgesellschaft Wort, die über 300.000 deutsche Autoren zu ihren Berechtigten zählt, laufen jedenfalls gegen Googles umfangreiches Buch-Angebot Sturm. So schreibt der Börsenverein: "Google kann durch den Vergleich mit den amerikanischen Verlagen im weltweiten Buchmarkt eine monopolartige Stellung erreichen… ein Moloch, der Buchsuchmaschine, Buchhändler, Verleger und Bibliothekar in einem ist." Im September will ein US-Gericht eine endgültige Entscheidung fällen.

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Beiträgeinsgesamt 5 Beiträge

scheinbar haben Sie vergessen Ihr Licht anzuknipsen. Ich selbst bin Schriftsteller seit vielen Jahren, habe viele Bücher publiziert - und sehe meine Rechte hervorragend durch die Verwertungsgesellschaft Wort, wie den...

Das Ding ist doch schon fast ein Jahr alt. Nur die Spruchreife ist aktuell. Das ist auch der Grund, warum Spiegel-Online nicht darauf eingeht. Das sind halt doch andere Leser. Wenn jemand bei einem Verlag arbeitet und...

Meiner Meinung nach ist es nach wie vor wichtig das Urheberrecht zu schützen. Allerdings ist der enorme Zugang zu diverser vollständiger Fachliteratur in Buchform sehr nützlich für z.B. Studenten, da man neben den...

Googles Praktiken sind hier wie auch in anderen Bereichen sicher als grenzwertig anzusehen. Andererseits bedient Google hier mal wieder als erster eine vorhandene Nachfrage. Gerade der deutsche Boersenverein...

Also, ich finde das ja schon ein starkes Stück: da verkehrt Google das Urheberrecht - erst wird dagegen verstoßen und dann müssen die Bestohlenen auch noch von sich aus bei Google bis 2011 melden, dass sie mit dem...

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