Symbiose aus Touchscreen und klassischen Druckknöpfen
Wissenschaft: Fühlbare Knöpfe für Touchscreens
Die neue Touchscreen-Technologie läuft den klassischen Druckknöpfen zusehends den Rang ab. Während sich klassische Knöpfe einfach und quasi blind bedienen lassen, punkten die berührungsempfindlichen Bildschirme in Bezug auf Flexibilität. Sie erlauben mehrere Benutzeroberflächen auf nur einem Gerät zu erzeugen, was bei fühlbaren Tasten nur umständlich durch Mehrfachbelegung möglich ist. Die Lösung des Dilemmas um die Vorzüge des einen und die Nachteile des anderen Prinzips bietet eine neue Entwicklung aus den USA: der Touchscreen mit "Fühleffekt".
Die jüngste Entwicklung der US-Wissenschaftler Chris Harrison und Scott Hudson vereint beide Prinzipien der Gerätebedienung. Das Ergebnis ist ein berührungsempfindlicher Bildschirm, der auch fühlbare Knöpfe erzeugen kann. Dies ermöglicht der Einsatz von Druckluft. Hierfür werden mehrere dünne Acrylplatten übereinander geschichtet und mit Latex überzogen. In die oberen Acrylschichten sind Ausschnitte der zukünftigen Tasten eingearbeitet und bilden Hohlräume, denen Luft zugeführt beziehungsweise entzogen wird. Auf diese Weise sind die Knöpfe des Touchscreens zuweilen unsichtbar oder können nach außen beziehungsweise innen gekrümmt werden.
Durch negativen und positiven Luftdruck entstehen tastbare Bedienelemente.
Das Wissenschaftler-Duo nutzt das pneumatische Prinzip aus. So lassen sich durch unterschiedliche Gestaltung der oberen Acrylplatten zusätzliche Schaltflächen erzeugen. Positiver und negativer Luftdruck bringen von einander abweichende Tasten zum Vorschein. Ebenfalls ist denkbar einen Knopf mit mehreren Funktionen zu belegen, indem man die Schaltfläche länger oder kürzer drückt. Eine eingebaute Infrarotkamera hilft beim Auswerten der Informationen.
Auch der visuelle Effekt auf dem Bildschirm ist beeindruckend. Dank der lichtdurchlässigen und flachen Materialien des Systems lassen sich die Tasten so hinter Bilder des Touchscreens legen, dass zweidimensionale Icons auf wundersame Weise in den 3D-Raum vordringen.
Denkbares Anwendungsgebiet für das neue System ist unter anderem die Automobilindustrie. In dem mit Displays und Anwendungen überladenen Armaturenbrett des Autos könnte das System nach Ansicht der US-Wissenschaftler für mehr Fahrsicherheit durch tastbare Schaltflächen sorgen. Unabhängig davon erhöhen sie den Komfort berührungsempfindlicher Displays und könnten beispielsweise aus einem flachen Gerät eine bequeme Tastatur für Texteingaben zaubern.
