Norwegian Air Shuttle ASA ermöglicht schnellen WLAN-Zugang an Bord
Breitband: Billigflieger bietet Internet über den Wolken
Der Trend zum Internetsurfen in Flugzeugen könnte sich demnächst auch in Europa durchsetzen. Nachdem mehrere amerikanische Fluglinien ankündigten, ihre Flotte in diesem Jahr mit schnellem Internet auszurüsten, legt jetzt eine europäische Fluggesellschaft nach. Norwegian Air Shuttle ASA, Europas fünftgrößter Billigflieger, gab am Dienstag bekannt, Reisegästen zwischen allen 84 europäischen Flugzielen des Unternehmens Breitbanddienste anzubieten.
Damit ist das Unternehmen die erste Fluggesellschaft in Europa, die ein Hochgeschwindigkeitsnetz über den Wolken anbietet. Die Lufthansa hatte 2004 zwar einen Breitband-Zugang in ihren Flugzeugen zur Verfügung gestellt, diese Dienstleistung aber wieder eingestellt.
Norwegian Air Shuttle ASA kooperiert bei der Vernetzung seiner Flotte mit dem kalifornischen Unternehmen Row 44, das auf die Ausrüstung von Flugzeugen mit Breitbanddiensten spezialisiert ist. Der Billigflieger setzt dabei auf eine Satellitenlösung von Row 44, über die die Verbindung ins Internet hergestellt wird. Das Breitband-Signal wird in den Fliegern selbst über WLAN-Funkstationen mit einer maximalen Geschwindigkeit von 30 Megabit pro Sekunde verteilt. Nutzen mehrere Passagiere den Internet-Zugang, wird es allerdings enger auf der Datenautobahn.
Kosten für Internet-Zugang noch nicht bekannt
Die Installation des Breitband-Systems in den Flugzeugen soll im vierten Quartal dieses Jahres beginnen. Wie teuer die Dienstleistung für Reisende wird, ist noch nicht bekannt. Hans Aamby, CEO von Norwegian Air Shuttle ASA, sagte gegenüber netzwelt, dass der Internet-Service "so billig wie möglich" angeboten werde. Nach Angaben der Fluggesellschaft können Passagiere über das WLAN-Netzwerk auch ihre Mobiltelefone nutzen, SMS verschicken und E-Commerce-Angebote im Netz aufrufen. Neben der aktuellen Flotte sei bereits ein weiterer Auftrag an Row 44 zur Vernetzung von 50 weiteren Flugzeugen vergeben worden.
Internet-Zugang im Flugzeug zu ermöglichen, ist nicht ganz einfach. Ein Problem ist etwa das Gewicht der Hardware. Die Belastung für die Flugzeuge durch Internet-Technik muss so gering wie möglich gehalten werden. Kein Wunder also, dass das Breitband-Signal in der Regel über WLAN-Stationen in der Decke des Flugzeuges verteilt und nicht jeder einzelne Sitzplatz verkabelt wird.
Elektromagnetische Strahlung könnte Störungen verursachen
Das in der Öffentlichkeit wohl bekannteste Problem betrifft aber die durch Funk verursachte elektromagnetische Strahlung. Fluggesellschaften müssen sicherstellen, dass die Strahlung von WLAN-Netzen oder Handys nicht die Bordkommunikation und damit die Verbindung etwa mit Radarsystemen am Boden beeinflusst. Ebenso muss verhindert werden, dass Passagiere über WLAN in das Flugzeug-Netzwerk eindringen und möglicherweise Störungen verursachen. Die Fluggesellschaften sichern sich hier ab, indem sie die technischen Systeme unabhängig voneinander einrichten und betreiben.
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