Mit spezieller microSD-Karte werden normale Smartphones zu Cryptophones

Teure Sicherheit: Abhörsicher Telefonieren mit der No1.BC-Card

Teure Sicherheit: Abhörsicher Telefonieren mit der No1.BC-Card Die österreichische Firma "No1.Business Communication" verspricht, dass mit ihrer No1.BC-Karte aus jedem Smartphone ein abhörsicheres Telefon wird. Die Bedienung sei kinderleicht. Allerdings sind nur Telefonate zwischen Handys verschlüsselt, die mit der teuren Smart-Card ausgestattet sind. Zudem bezweifeln Sicherheitsexperten die Seriosität des Angebots.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Telefonate nur mit bestätigten Kontakten
  2. 2BSI sieht "grenzwertige Formulierung"
  3. 3Viel Lärm um nichts
  4. 4Systemvoraussetzungen, Preis und Verfügbarkeit

Bei der No1.BC-Karte handelt es sich um eine Smart-Card im handelsüblichen microSD-Format. Das verschlüsselte Gespräch zwischen zwei Handys baut sie mittels Internettelefonie, auch bekannt als Voice-over-IP (VoIP), auf. Dafür greift sie auf private Informationen und die private Kontaktliste zu, die verschlüsselt auf den Servern des Anbieters liegen. Die Kommunikation erfolge stets über eine hybrid verschlüsselte Internetverbindung. Die Schlüssel für die symmetrische und asymmetrische Verschlüsselung seien sogar länger als beim Mobiltelefon von US-Präsident Barack Obama.

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Um das Angebot zu nutzen, reiche es aus, das Programm von der No1.BC-Karte auf dem Smartphone zu installieren. Um sich mit der Servern der "No1.Business Communication" zu verbinden, müsse eine achtstellige PIN eingegeben werden. Sollte ein Nutzer seine PIN vergessen, seien Daten auf den Servern auch für den Betreiber nicht mehr aufrufbar und eine neue No1.BC-Karte sei nötig.

Telefonate nur mit bestätigten Kontakten

Jeder Nutzer des Angebots erhält eine elfstellige BC-Nummer, die als Kennung des Benutzers und zur eindeutigen Identifizierung gegenüber Gesprächspartnern diene. Sichere Anrufe könnten nur zwischen Nutzern getätigt werden, die ihre BC-Nummern ausgetauscht und in dem Programm als Kontakt hinterlegt hätten. Unbekannte Anrufer seien damit ausgeschlossen. Unverschlüsselte Gespräche über die SIM-Karte des Handys seien aber weiterhin möglich.

Als Problem für das Angebot könnten sich die Beschränkungen deutscher Mobilfunkanbieter erweisen. Sie untersagen bei Nutzung ihrer Tarife oft die Nutzung von VoIP. Zuletzt kündigte T-Mobile an Skype auf dem iPhone zu blockieren. Auf Anfrage von netzwelt erklärt der Anbieter "im Rahmen von Verkaufs- und Kundengesprächen ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass Nutzer bei der Wahl eines Mobilfunkunternehemens diesen Punkt bedenken sollten." Weiter hieß es das Unternehmen plane zusammen mit einem Mobilfunkanbieter eine Flatrate anzubieten, die VoIP ausdrücklich erlaubt. Wer an einen Mobilfunkvertrag gebunden ist, könne das Angebot aber in jedem Fall über WLAN-Netzwerke nutzen.

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