Tausend Schweden demonstrieren für Pirate Bay
Rückenwind für Piraten: Urteil sorgt für Empörung
Filesharing
Die Verurteilung der Betreiber von Pirate Bay am Freitag hat hohe Wellen geschlagen. Rund 1.000 überwiegend junge Schweden sind am Wochenende in Stockholm auf die Straße gegangen, um friedlich gegen das Urteil und für das Filesharing-Portal zu demonstrieren. Nach Umfragen lehnen vier von fünf Schweden die Gerichtsentscheidung ab. Schwedische Tageszeitungen haben zudem tausende Briefe empörter Leser erhalten.
Vor allem die Härte der Strafe halten sie für überzogen. Die vier Betreiber müssen ein Jahr ins Gefängnis und zusammen über 2,7 Millionen Euro Schadensersatz zahlen. Peter Sunde, der sich als Sprecher von Pirate Bay sieht, hatte auf einer Pressekonferenz am Freitag bereits angekündigt, nicht zu zahlen: "Wir können nicht zahlen und würden auch nicht zahlen. Selbst wenn ich das Geld hätte, würde ich eher alles verbrennen, was ich besessen habe und ich würde ihnen (der Medienindustrie) nicht einmal die Asche geben." Da die vier Betreiber in Berufung gehen wollen, werden sich wohl noch mindestens zwei Instanzen mit dem Fall befassen.
Indirekte Unterstützung kommt auch von den schwedischen Internetprovidern. Sie wehren sich gegen die Vorschrift, Daten ihrer Kunden herauszurücken, indem sie deren IP-Adressen löschen. In Schweden ist dies legal, da die Provider verpflichtet sind, keine Daten zu speichern, die für den Betrieb nicht unbedingt notwendig sind. Wegen des starken Wettbewerbes werben die Provider mit "integritätsgeschützten" Breitbandzugängen.
Kurs auf Europa
Der Medienrummel in den letzten Tagen hat auch der schwedischen Piratenpartei starken Rückenwind verliehen. Nach Angaben der schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter" ist dessen Mitgliederzahl in den zweieinhalb Tagen nach dem Urteil von knapp 15.000 auf 28.000 gestiegen. Die Piratenpartei ist damit die viertgrößte Partei Schwedens, noch vor den Grünen und Liberalen. In Umfragen liegt sie schon bei vier Prozent Zustimmung, während sie bei der schwedischen Reichtagswahl vor drei Jahren nur 0,63 Prozent der Stimmen bekommen hatte. Jetzt nimmt die Piratenpartei Kurs auf das Europäische Parlament. Der stellvertretende Vorsitzende Christian Engström sieht das Urteil als Fahrkarte ins EU-Parlament: "Das war das effektivste, was die tun konnten, um für eine hohe Wahlbeteiligung bei den jungen Wählern zu sorgen."

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Rückenwind für die Piraten: Die Mitgliederzahlen der schwedischen Piratenpartei hat sich in wenigen Tagen fast verdoppelt. Jetzt steuert sie aufs EU-Parlament zu.
Die schwedische "Piratpartiet" wurde am ersten Januar 2006 gegründet. Sie setzt sich für einen freien Wissensaustausch und für Informations- und Meinungsfreiheit im Internet ein. Dazu fordert sie eine Reformierung des Urhebergesetzes und die Abschaffung des Patentrechts. Die Piratenbewegung schwappt inzwischen auch auf andere Läner über. Entsprechende Parteien gibt es bereits beispielsweise in Deutschland, Finnland, Österreich und Spanien. In vielen weiteren Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Russland und in den USA befinden sich Piratenparteien in der Gründungsphase. Sie sollen unter der Dachpartei PP International gebündelt werden.
- Europawahl: Piratenpartei erhält einen Sitz in Straßburg
- Pirate Bay: Berufungsverfahren schlagen hohe Wellen
- Piratenpartei: Programm für Bundestagswahl steht
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princess15114
20.04.09 13:22
Da mutet es schon fast wie Hohn an wenn der Ex-Postchef mit Bewährung und knapp einer Mio davonkommt oder der Schmiergeldskandal des Ex-Siemensmanagers in 2008 mit Bewährung und 180.000 EUR erledigt wird. Ja, ja, ich weiß, er hat ja nur im Interesse des Konzerns gehandelt. Wie tröstlich!
In anderen Fällen entsteht sogar der Eindruck, dass sich Manager von der Strafverfolgung freikaufen können, wie Ex-Deutschen Bank-Chef im Mannesmann-Prozess.
Jedes Recht hat seine Epoche, doch was hier stattfindet, kann man mit Fug und Recht als Zwei-Klassen-Justiz bezeichnen.
Ich finde die Demos in Schweden gut. Es müssen ja nicht gleich – wie in Frankreich – Autos angesteckt werden. Leider ist Deutschland von solchen Aktivitäten noch weit entfernt. Die Mentalität war schon immer so, dass man, gleich einer dummen Schafherde, ohne nennenswerten Widerstand dem Mainstream einer/s Führung/Führes hinterherläuft.
Es wird Zeit, dass im Urheberrecht etwas geschieht. Da eine Änderung von „oben“ weder erwartet werden kann, noch erwünscht ist, muss es eben von „unten“ erfolgen. Wenn dieser Prozess den zündenden Funken dafür gebracht haben könnte, so hat der Vorgang immerhin etwas Positives erreicht.
Tonno
20.04.09 13:52
Tja... Die Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickelt sich eben prächtig. Die Dummheit aber leider auch!
Alle schreien nach Steuererleichterungen, die Jahre später eh wieder zurückgezahlt werden müssen. Aber es zählt halt nur das Jetzt!
Die Politik verspricht auch heute wieder das Schlaraffenland auf Pump - Am Beispiel USA sieht man ja das Ergebnis! Pleite, um es zusammenzufassen.
Die Abwrackprämie setzt dem noch eins drauf: Seit Jahren hat sich trotz neuer Euronormen kaum etwas am CO² Ausstoß verändert - Autos mit einem Wert von 5000€ werden für die lächerliche Prämie von 2500€ verschrottet. Aus bequemlichkeit.
Und eine Verschuldung gibts direkt dazu, weil das bezahlte Auto gegen einen Kredit getauscht wird.
Wir zeichnen private Aktivitäten auf um Terroristen abzuwehren und schaffen uns dadurch noch mehr im eigenen Land. Durch blödsinnige Politik stärken sich immer mehr Rassistische Parteien den Rücken durch enttäuschte Wähler.
Und wenn ich schon an die Wahltafeln denke, die an jeder einzelnen Straßenlaterne hängen werden, läuft mir die Galle über wenn dann vom Klimaschutz gesprochen wird.
Ich erinnere hier auch an den Fahrradständer aus Steuergeldern, den die Grünen sich montieren ließen, um dann mit dem Auto zum Bundestag zu fahren. Sehr Ökologisch!
Übrigends wird weder ein Manager noch ein Politiker für seinen Scheiß Job zur Rechenschaft gezogen. Weil es sind ja alle per Du.
Aber das Leben von 4 Websitebetreiber kann man Ruinieren und selbige bis ans Lebensende zahlen lassen. Na prost Mahlzeit .... Wenns nichts wichtigeres zu klären gibt in der Welt...
stopherl
20.04.09 16:04
Mich würde mal interessierten wer noch demonstrieren geht, wenn es keine tollen Hollywood Filme und auch keine Musik mehr gibt.
Spinnen denn die alle? Die Meinungs- und Informationsfreiheit als Deckmantel zum legalen "Raubkopieren" zu mißbrauchen?
Mit Soße
20.04.09 16:35
also moment ... was macht Piratebay?
Richtig Piratbay ist eine Suchmaschine, ein tool welches dir hilft direkt den Download deines Suchbegriffs zu finden.
Was daran ist bitte illegal? Bzw. verwerflich?
Es wird immer Musik und Filme geben, aber vielleicht nicht mehr von Mutlililliarden Unternehmen - vielleciht wieder einen Schritt zurück - vieles geht auch mit viel weniger kosten.
Raubkopien schaden, keine Frage und ich unterstütze dies auch nicht. Aber jemanden zu verurteilen der nur sagt wo es das gibt entfremdet sich mir.
Warum tauchen bei google auch Seiten auf die eigentlich nicht exsistieren dürften? Warum geht man nicht so hart gegen Kinderpornografie vor? Warum ?
Ich finde diese Urteil überzogen und nicht gerechtfertigt!
Eigentlich müsste man Bill Gates verhaften hat er nicht das ganze Dilemma eingeleitet und sowas überhaupt erst möglich gemacht ....
will wonka
20.04.09 20:03
AN STOPHERL
dein bewusstseinszustand lässt sich ja schon an der formulierung "tolle hollywoodfilme " ablesen.
Die entertainment konzerne arbeiten nicht andes als ölfirmen und minenbesizer.
der arbeiter( in diesem fall der künstler) kriegt eiene anteil am erzielten endprofit der sich im nano bereich bewegt.
platten firmen waren immmer schon dazu da künstler abzumelken nicht etwa um sie zu ernähren.
die firmen sind nicht pleite.
all die milliarden die jahrzehnte lang verdient wurden sind ja irgendwo geblieben und nur zu einem mikroskopischen anteil in den taschen der künstler.
je mehr ein künstler verdient desto ungleich grösser ist der verdienst der firma.
erwartest du also etwa tatsächlich mitleid mit diesem zuhältergewerbe?
gute musik und filme gab es immer, wird es immer geben und die qualität ist nicht vom produktionsbudget abhängig.
alle grossen musikinnovationen der letzten jahrzehnte waren strictly underground in ihrer enstehungsphase.
im gegenteil: die gegenwärtige lage und die vorhandene digitale distributionstechnologie ermöglich vielleicht zum ersten mal die zerschlagung der mafiösen monopole und die wirklich gerechte entlohnung der künstler.
Raubkopieren ist das was in bangkog oder anderen ecken gemacht wird. d.h. die massen vervielfältigung EINES produktes.
auf eine gekaufte vinyl Lp kamen auch schon in den achtzigern dutzende selbstgemachte tapes, und diesselbe schwachsinnsdiskussion und panikmache wurde schon damals von den grossen konzerene betrieben
(siehe auch kaufvideos und leerkassetten)
same shit different assholes.
Warum sind wir nicht konsequent und verbieten auch das private verleihen von büchern und platten?
Büchereien gehören eigentlich auch längst verboten.
weisst du was eine SP 1200 ist?
kulu
20.04.09 22:36
gerichtsurteile werden "im namen des volkes" verkündet, dies ist bei diesem urteil eine schlichte lüge.
milliardäre und firmen haben über die lobbyindustrie die politiker gekauft und jetzt ist die justiz dran. die medienbranche ist vielerorts auch bereits im besitz der firmen und konzerne (nicht nur bei berlusconi, auch die werbebranche bestimmt was die sender senden dürfen).
demokratie heisst volksherrschafft, demokratie heute scheint nur noch eine kulisse, ein Potemkinsches Dorf zu sein.
der demokratie ist das wasser abgegraben worden und wenn das volk weiterhin nur zusieht, dann haben wir eine plutokratie und oligarchie und die demokratie war nur so ne idee, wie damals der kommunismus
Chris_aus_
21.04.09 18:02
Hi Leute.
Gerne würde ich euch allen ja zustimmen.
Leider ist dies aber in der momentanen Gesellschaft nicht all zu leicht.
Denn wer schon den Verdacht herbeiruft, sich für ein Thema gut zu stimmen, wird eh schon fast verurteilt ... .
Erinnert mich irgendwie an die Zeit im Mittelalter, in der jeder sagen konnte: Das ist eine Hexe!
Und dann war die Person es halt einfach ... .
Wenn ich hier meine Meinung, über die nicht mehr herschende Gleichstellung von Straftaten hier schreiben würde, müsste ich befürchten morgen das BKA, LKA und Co. vor der Haustür zu haben.
Dann würde ich - obwohl ich nur frei meine Meinung geäußert hätte, wegen Terroristischen Verdacht vor Gericht stehen und dann dafür 10 Jahre oder mehr bekommen.
Ein anderer prügelt jemanden zu Tode und bekommt dann nur 2 Jahre ...
Schade, dasss sich diese Ungleichmäßigkeit im Laufe der Zeit entwickelt hat.
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