Was würden Sie von einer Kulturflatrate halten?
Sonntagsfrage: Legales Filesharing im Abo?
Nach einem langen und aufsehenerregenden Prozess ist am Freitag das Urteil über die vier Betreiber des Filesharing-Portals The Pirate Bay verkündet worden. Die "Piraten" sind wegen Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen schuldig gesprochen worden und müssen ein Jahr ins Gefängnis sowie 2,74 Millionen Euro Schadensersatz zahlen. Abgeschreckt hat es die Anhänger von Pirate Bay nicht. Stattdessen werden die Verurteilten in Foren und Blogs als Märtyrer gefeiert und zu den Robin Hoods des Internetzeitalters erklärt.
Was halten Sie von einer Kulturflatrate?
Zu Ende ist der Kampf zwischen den Piraten und der Medienindustrie damit aber nicht. Nicht nur, weil die Betreiber das Urteil anfechten wollen und der Film- und Musiktausch in der Piratenbucht munter weiter geht. Der Prozess hat auch eine Diskussion in Gang gesetzt, ob der Schutz der Urheberrechts in der heutigen Zeit noch sinnvoll und überhaupt möglich ist. Während die Medienindustrie am bisherigen Vertriebssystem festzuhalten versucht, kämpfen die teilweise schon professionell organisierten Film- und Musikpiraten um die "Freiheit der Information und Kultur". Sie versuchen, die Kulturlandschaft umzuwälzen und neue Verbreitungswege durchzusetzen.
Zwangsabgabe als Ausweg?
Immer wieder taucht die Frage auf, ob man nicht aufhören sollte, die Millionen Filesharer zu kriminalisieren und stattdessen den Medientausch besser legalisieren sollte. Als mögliche Lösung wird dabei das Konzept der Kulturflatrate gehandelt. So wie schon lange auf Leermedien wie Kassetten, CDs und Drucker Urheberrechtsvergütungen (GEMA) gezahlt werden müssen, könnte es auch eine gesetzlich geregelte Pauschalabgabe auf Internet-Anschlüsse geben. Ein zwingender monatlicher Aufschlag auf die Anschlussgebühren würde die Künster entlohnen, während die Internetnutzer unbegrenzt Musik, Filme, Computerspiele und elektronische Bücher herunterladen dürften. Die Regierung der Insel Isle of Man plant, dieses System zu erproben.
Was halten Sie von solch einem Konzept? Könnten Sie sich vorstellen, eine Zwangsabgabe auf Ihren Internetanschluss zu zahlen, um unbegrenzt Filme und Musik herunterladen zu dürfen? Wie viel dürfte solch eine Kulturflatrate maximal kosten? Und halten Sie es für fair, dass dann auch die zahlen müssten, die Filesharing gar nicht nutzen wollen? Uns interessiert Ihre Meinung. Nutzen Sie die Antwortmöglichkeiten auf der rechten Seite, um an der Umfrage teilzunehmen. Das Ergebnis wird direkt angezeigt. Da wir nicht alle Antwortmöglichkeiten vorgeben möchten, können Sie zusätzlich auch das Forum nutzen, um mit anderen Lesern oder der Redaktion in Kontakt zu treten.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 7 Beiträge
Wir haben doch längst die Kulturflatrate... Ich meine mich zu erinnern, dass eben jener Begriff vor ein paar Jahren viel, als unsere "Ministerium für Wahrheit" händeringend nach einer...
Seit dem ersten aufkommen der Idee bin ich für eine Kulturflatrate. Wieso? Das Problem bekommt man ohnehin nicht in den Griff und die meisten Leute die Filesharing betrieben kaufen wirklich...
Ich bin koch, meine Gerichte werden auch nur einmal Bezaht, 10 euro schlag mich tot,und nicht eine milonen euro:und ich gehe trotzdem weiter arbeiten.
Die Diskussion um eine Kulturflatrate erübrigt sich solange, wie wir in Deutschland noch eine Lizenzen Rangelei aus der Gutenberg-Zeit haben. Das digitale Gut wird immernoch völlig falsch behandelt um die...
Das Problem ist symptomatisch für die aktuelle Krise des Kapitalismus, und hierauf gibt es wohl keine abschließende Antwort. Verkürzt: einerseits gibt es ein Hauen und Stechen seitens der "Rechte-Inhaber",...