Online-Karaoke: Per Mitmach-Internet zum Star
Per Online-Karaoke zum Plattenvertrag
Dass Online-Karaoke sogar zu einer Musikkarriere verhelfen kann, zeigt das Beispiel von Sängerin Antonella, die über die Karaoke-Funktion des Internetauftritts von ProSieben den Sprung in die TV-Castingshow "Popstars" und die daraus entstandene Gruppe "Queensberry" geschafft hat. Hinter dem Angebot von "ProSieben Karaoke Talents" steckt der Dienst "TalentRun".
Doch nicht jeder Karaoke-Fan ist ein geborener Sänger. Bei "MIKESTAR" hilft ein virtueller Gesangslehrer deshalb Nachwuchsmusikern auf die Sprünge. Die Flash-Applikation mit dem Namen MIKEScore analysiert dabei Tonart, Klangtiefe sowie Stimmausdruck - unabhängig davon, ob Hänschenklein oder ein Queen-Song performt wird. Anschließend wird das Ergebnis auf einer Skala von null bis zehn bewertet. Die Funktion eignet sich nicht nur fürs eigene Training, sondern auch prima dazu, Freunde zum Gesangswettstreit herauszufordern.
Asien? Die Vorbilder stammen aus den USA
Die Vorbilder für die deutschen Portale stammen aus den USA, wo webbasierte Karaoke-Dienste schon länger die Möglichkeit bieten, sich öffentlich die Seele aus dem Leib zu singen. Dazu zählen etwa "The Karaoke Channel Online" (TKCO) oder "SingSnap". Einige Grundfunktionen sind dort gratis, wer nur werbefreie Seiten sehen sowie zusätzliche Songvorlagen und Funktionen nutzen möchte, muss zahlen.
Online-Karaoke
Die Aufnahmefunktion von Mikestar - Nutzer können derzeit aus über 700 Titel wählen.
Bei Mikestar hilft ein virtueller Gesangslehrer Nachwuchsmusikern auf die Sprünge.
Los geht es bei "TKCO" ab rund zehn US-Dollar und bei "SingSnap" ab zwölf US-Dollar für eine einmonatige Mitgliedschaft. Dafür ist das Angebot zum Teil deutlich größer als bei den deutschen Diensten. Bei "TKCO" sind für zahlende Kunden über 4.000 Titel verfügbar, bei "SingSnap" wählen Hobby-Sänger gar aus bis zu 15.000 Songvorlagen. Im Netz tummeln sich noch etliche weitere Dienste aus dem anglo-amerikanischen Raum. Wer die Bedienung englischsprachiger Menüs scheut, findet aber auch Alternativen dazu.
Ins Telefon singen, online bewerten
Einige weitere teilweise in Deutsch gehaltene Dienste, die ähnlich wie die vorherigen funktionieren, heißen "KaraokeParty" oder "KaraokePlay". Karaoke-Portale wie "Stimmenplanet" mit Sitz in Bad Nauheim / Hessen und "Musicway" aus Kirchheim / Bayern gehen jedoch einen etwas anderen Weg. Übertragen werden die Aufnahmen nicht per Mikro am Computer, sondern per Telefon. Beim Dienst "Stimmenplanet" kostet jeder Anruf einen Euro, bei "Musicway" fallen nur die normalen Telefongebühren an.
Videos gibt es nicht, und Musik- und Textvorlagen müssen in Eigenregie besorgt werden. Der Nachteil: Hat ein Rechte-Inhaber etwas gegen deren Verwendung, müssen Nutzer damit rechnen, dass ihre Beiträge wieder gelöscht werden. Darauf weist der "Musicway"-Betreiber hin. Schlimmstenfalls sind die Folgen kostspielig. Die "MIKESTAR" und "TalentRun"-Verantwortlichen betonen in ihren Freestyle-Rubriken jeweils, für die Rechtmäßigkeit der Aufnahmen keine Verantwortung zu übernehmen und erinnern an die Respektierung geschützter Werke.
Der Community-Gedanke wird auch bei den Telefon-Karaoke-Diensten nicht vernachlässigt. Bei den Nutzern beliebte Aufnahmen landen in den seiteninternen Charts, Rohrkrepierer werden virtuell mit Torten oder Eiern beworfen. Die Qualität der Beiträge schwankt bei allen Portalen tatsächlich stark. Einen Karriereknick muss aber niemand befürchten. Wer überzeugt ist, das Zeug zum Karaoke-Star zu haben, erhält im Internet immer wieder aufs Neue eine Chance.
Links zum Thema
- Mikestar
- Talentrun
- Prosieben-Karaoke
- Singsnap
- The karaokechannel
- Karaokeparty
- Karaokeplay
- Stimmenplanet
- Musicway
