Es muss nicht immer eBay sein: Alternativen zum Auktionshaus-Riesen

Wege abseits von eBay: Ein Blick in die Nische

Verkäufer dürften sich dagegen darüber ärgern, wenn sie ihre Artikel nicht loswerden, weil sich kein Interessent findet oder der Erlös nur sehr niedrig ausfällt, weil wenige Seitenbesucher mitbieten. Für Kaufwillige ergibt sich umgekehrt daraus mitunter ein reizvolles Schnäppchenpotenzial. "Je weniger andere Bieter es gibt, die den Preis hochjubeln, desto größer ist die Chance, den Zuschlag zu einem günstigen Preis zu erhalten", sagt Verbraucherschützer Ronny Jahn.

Für Verkäufer, die mit einer stetigen Nachfrage kalkulieren wollen, und Käufer, die nicht einen Schwung Webseiten abgrasen möchten, führt jedoch an der kaufhausähnlichen Sortimentsbreite und dem riesigen Marktvolumen von eBay kaum ein Weg vorbei. In bestimmten Nischen, in denen das Unternehmen nicht so präsent oder spezialisiert ist, ist jedoch ein Blick auf andere Handelsportale empfehlenswert.

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Das gilt zum Beispiel für Handwerksdienstleistungen. Wer nach einem Fliesenleger, Gärtner oder Kfz-Mechaniker sucht, wird auf Seiten wie "MyHammer", "Jobdoo", oder "blauarbeit.de" fündig. Das Auktionsprinzip wird hier umgekehrt. Kunden schreiben die gewünschten Aufträge aus, Dienstleister geben ihre Angebote ab und unterbieten sich, sodass der Preis sinkt. Für Auftraggeber ist die Nutzung der Vermittlerportale kostenlos.

Wer nur bestimmte Waren sucht, kann auf Zielgruppen zugeschnittene Marktplätze ansteuern. Numismatiker kaufen und versteigern Münzen beim Handelsplatz "Muenzauktion.com". Ein weiterer Online-Markt mitsamt Community für Sammler von Raritäten aller Art heißt "Tamundo". Regulär fallen bei Tamundo keine Einstell- und Angebotsgebühren an, die Provision bei erfolgreichen Verkäufen beträgt 4,9 Prozent. Sowohl Auktionen als auch Festpreis-Käufe sind dort möglich.

Für den Nervenkitzel beim Shoppen: Erlebnis-Auktionshäuser

Den Nervenkitzel von Auktionen mit dynamischen Preisen und der Verlässlichkeit von Händler-Neuware bieten neuartige Erlebnis-Auktionshäuser. Das Grundprinzip funktioniert so: Neben dem Kaufpreis des Artikels bezahlen Teilnehmer jedes Gebot, das in der Regel zwischen zehn Cent und einen Euro kostet. Jedes Bieten verlängert die Auktion, deren zeitliches Ende also nicht von vornherein feststeht.

Swoopo
Erlebnis-Auktionshäuser wie Swoopo grenzen sich unter anderem durch andere Bietverfahren vom Platzhirsch eBay ab.

Der Haken: Die Teilnahmegebühren werden selbst dann fällig, wenn man nicht den Zuschlag erhält. Das schreckt Spaßbieter, die den Preis hoch treiben, ab. Die Ware bleibt somit meist vergleichsweise sehr günstig, zumal, da die Gebote den Preis meist nur um einen definierten Maximalbetrag steigen lassen, etwa um zehn Cent. So funktioniert das zum Beispiel beim bekanntesten Anbieter "Swoopo", der für jedes Gebot 50 Cent nimmt.

Mit jedem Gebotsklick günstiger: Rückwärtsauktionen

Daneben gibt es auch Rückwärtsauktionen, die mit einem Nominalpreis starten und mit jedem abgegebenen kostenpflichtigen Gebotsklick um einen definierten Betrag günstiger werden. Wenn viele mitbieten, sinkt der Preis rasant. Häufig sind die Preise zunächst einmal verdeckt und müssen von den Nutzern kostenpflichtig eingesehen werden. Dann kann die Ware zum angegebenen Preis aber häufig auch sofort gekauft werden. Auf diese Weise wird etwa bei "Luupo" und "McEuro" und etlichen anderen verfahren.

Mitunter übersteigen die eingesammelten Gebotsgebühren pro Artikel um ein Vielfaches die Wareneinkaufskosten der Websitebetreiber. Wenn die Artikel in solchen Fällen für weit weniger als den üblichen Marktpreis den Besitzer wechseln, stört die Anbieter das nicht. Wer als Letzter bietet, macht im Glücksfall ein Riesenschnäppchen. Während also das Unternehmen und ein Auktionsteilnehmer gewinnen, geben andere Nutzer vergeblich Geld aus, schlimmstenfalls sogar empfindlich hohe Beträge. Teilnehmer sollten also ihr Budget von vornherein begrenzen.

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