Berichte von US-Soldaten sorgen für Realitätsnähe

Kriegssimulation: "Six Days in Fallujah" sorgt für Aufsehen

Der CIA macht es möglich: Als Investor beteiligt sich der amerikanische Geheimdienst laut US-Medienberichten an einem neuen Action-Spiel. Der grobe Inhalt: Als US-Soldat kann man sechs Tage des Irak-Kriegs nachempfinden. Aufhänger ist die zweite Schlacht um die Stadt Fallujah, bei der im November 2004 innerhalb von sechs Tagen unzählige Menschen ums Leben kamen.

Screenshot Six Days in Fallujah
Aus der Perspektive eines Kriegsreporters erleben Spieler des Titels "Six Days in Fallujah" den Irak-Krieg hautnah mit.

In dem für PC, Mac, Xbox 360 und Playstation 3 produzierten Action-Spiel sollen die Geschehnisse möglichst authentisch umgesetzt werden. Dafür studiert das Atomic-Entwicklerteam Karten und Pläne, Kriegsberichte, unzählige Video- und Bildaufnahmen sowie Tagebucheinträge von beteiligten Soldaten. Vor allem Letztere sowie Gespräche mit Betroffenen sollen die Nähe zur Realität gewährleisten. Anthony Crouts, Marketing-Leiter von Konami, sagt dazu gegenüber dem Magazin "USA Today": "Wir wollen ein Spielerlebnis schaffen, das auf historischen Ereignissen basiert und die Geschichte der Marinesoldaten erzählt, die vor Ort waren."

Werbung

Kriegs-Geschichte kämpfend lernen

Über diese Realitätsnähe wollen der japanische Spielepublisher Konami und der Entwickler Atomic Games "Six Days in Fallujah" den Charakter einer Dokumentation verleihen. In einem Jahr, zur geplanten Veröffentlichung, werden deshalb im Spielgeschehen auch "informative und belehrende Szenen" eingebaut sein. So soll es zum Beispiel Konsequenzen für den weiteren Spielverlauf haben, wenn man einen unbewaffneten Zivilisten erschießt.

Außerdem wird das Spiel mit Kommentaren unterlegt, wie die Macher das "Wall Street Journal" wissen ließen. Allerdings sollen die Kommentare demnach nicht wertend oder gar kriegsverherrlichend ausfallen, sondern das Spielgeschehen dokumentarisch begleiten.

Als Spiel-Perspektive wählte Atomic den Blick über die Schulter eines virtuellen Soldaten. Das soll dem Spieler das Gefühl vermitteln, er beobachte das Geschehen als Kriegsreporter und müsse stets darauf achten, den Trupp nicht aus den Augen zu verlieren. Im Spielverlauf geht es darum, sich vor dem Feind in Acht zu nehmen und ihn im richtigen Moment anzugreifen. Das Besondere dabei ist, dass alle Gegenstände in dem Spiel zerstört werden können und die Spielfiguren damit nirgendwo wirklich in Sicherheit sind. Eben so wie im richtigen Krieg.

"Zeugnis purer Geschmacklosigkeit"

Ganz fertig ist das dokumentarische Kriegs-Spiel noch nicht. Bis zur Veröffentlichung müssen noch einige Fragen beantwortet werden. So kann bisher zum Beispiel nur als US-Soldat in den Krieg gezogen werden. Ob man auch als irakischer Kämpfer gegen die US-Soldaten antreten kann, sollen die weiteren Entwicklungsprozesse klären.

Bereits vor der Veröffentlichung sorgt das Spiel für hitzige Diskussionen. So zitiert etwa das britische Magazin "Daily Mail" einen Kriegsveteranen: "Es ist viel zu früh, ein Videospiel auf den Markt zu bringen, über einen Krieg, der noch immer andauert." Reg Keys hat seinen Sohn im Irak-Krieg verloren. Gegenüber der Zeitung sagt er: "Das Glorifizieren dieses historischen Ereignisses, bei dem so viele Menschen ums Leben gekommen sind, zeugt von purer Geschmacklosigkeit."

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 14 Beiträge

Ich finde es sollte jedem selbst überlassen werden was er/sie spielen will oder nicht. Ausserdem,es ist nur ein Spiel.Und nochwas,was regen sich die Gutmenschen darüber überhaupt auf? Sie müssen es weder spielen...

ohne das spiel genauer zu kennen, finde ich es doch traurig, wieviele dagegen protestieren, nur da es ein spiel ist. (im sinne interaktiver software) waere das ganze eine dokumentation (also film), wuerde es niemanden...

Eine kurze Frage nebenbei: Hat sich eigentlich irgendjemand hier einmal mit dem Spiel als solches beschäftigt??? Wenn mann sich Beiträge wie Videos und Bilder des Spiels ansieht, merkt man schnell,...

Kann man dann wie im RL Frauen vergewaltigen, Kinder ermorden und Irakis foltern?

über "töten im spiel" kann man sicherlich generell streiten. meiner meinung sollte jeder den verstand haben zwischen fiktion und realität unterscheiden zu können. um jugendliche(kinder) davor zu...

Eigenen Kommentar schreiben