Der Marktanteil von Windows-Netbooks ist in einem Jahr drastisch gestiegen

Windows auf Netbooks: Auslaufmodell oder Vorreiter?

Microsoft hat Grund zum Feiern: Nachdem der Marktanteil von Windows auf Netbooks vor gut einem Jahr nur bei zehn Prozent gelegen hatte, sollen inzwischen 96 Prozent aller Mini-Notebooks mit Windows XP vorinstalliert sein. Das schreibt Microsoft-Blogger Brandon LeBlanc im offiziellen Windows-Blog und beruft sich auf eine bisher unveröffentlichte Untersuchung der Marktforschungs-Gesellschaft "NPD Group". Nach Meinung von Brak Brooks, dem Vizepräsidenten von Windows Consumer Product Marketing, liegt das daran, dass Anwender kein Linux auf ihren Rechnern wollen und diese sogar besonders häufig umtauschen. Denn mit Linux sei es "jedes Mal ein Glücksspiel".

Ubuntu Netbook Remix
Ubuntu Netbook Remix: Benutzeroberflächen von Linux-Netbooks sind meist besser an die kleinen Bildschirme angepasst.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Mit Schleuderpreisen gegen den Herausforderer
  2. 2Warten auf Windows 7
  3. 3Vom mobilen Internetterminal zum Notebook-Ersatz
  4. 4Handybetriebssystem als Windows-Alternative
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Mit Schleuderpreisen gegen den Herausforderer

Dabei hatte Microsoft den Start in den Netbook-Markt kräftig verschlafen. Die ersten Netbooks wurden noch fast auschließlich mit Linux ausgeliefert. Vor allem die teueren Lizenzen für Windows und die zu hohen Hardwareanforderungen von Vista hatten dazu geführt. Dass sich der Trend umgekehrt hat, liegt daran, dass Microsoft Windows XP wiederbelebt und die Lizenzkosten für Netbookhersteller drastisch gesenkt hat. Für eine XP-Lizenz für so genannte "Ultra Low Cost-PC" (ULCPC), unter die Netbooks fallen sind inzwischen nach verschiedenen Angaben nur noch zwischen 15 und 32 US-Dollar fällig. Angeblich nimmt Microsoft bei Abnahme größerer Mengen sogar nur fünf Dollar oder weniger pro Lizenz.

Im Gegenzug werden Netbook-Herstellern strenge Auflagen an die Ausstattung diktiert: ULCPC dürfen nur mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher und einer höchstens 160 Gigabyte fassenden Festplatte ausgestattet sein. Der Bildschirm darf nicht mehr als 1.024 mal 600 Bildpunkte haben. Ansonsten müssen die Hersteller mehr zahlen, was besser ausgestattete Netbooks zusätzlich verteuert.

Viel verdienen lässt sich mit Netbooks nicht. Für Microsoft geht es dabei eher darum, Linux vom Markt fern zu halten und die Zeit zu Windows 7 zu überbrücken. Der aktuelle Netbook-Boom kann dem Konzern jedoch auch großen Schaden anrichten. Immerhin 60 Prozent der Einnahmen erziehlt Microsoft mit Windows-Verkäufen.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Netbook hier.

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