Blinden- und Schriftstellerverband kritisieren Amazon
E-Book-Reader Kindle 2: Streit um Vorlesefunktion
Dass es schwer, ist die Interessen aller Menschen zu berücksichtigen, erfährt gerade das Internet-Kaufhaus Amazon. Erst üben Autoren heftige Kritik an der Vorlesefunktion des Kindle 2. Als Amazon die Forderungen zumindest teilweise erfüllt, beschwerten sich blinde und sehbehinderte Menschen, für die das Lesegeräts für elektronische Bücher eine höhere Lebensqualität bedeutet. Eine Einigung ist aber bereits in greifbare Nähe gerückt.
Am 7. April 2009 versammelten sich Demonstranten vor dem New Yorker Büro des US-Autorenverband "The Authors Guild". Aufgerufen zu dem Protest hatte die US-Blindenorganisation "National Federation of the Blind" (NFB), die sich auch für die Rechte von Menschen mit Seh- und Leseschwäche einsetzt. Thema der Demonstration sowie der Auseinandersetzung zwischen den Interessenverbänden und Amazon ist die Vorlesefunktion der der zweiten Generation des E-Book-Readers Kindle.
Amazon schränkt Vorlesefunktion des Kindle 2 nach Kritik ein
Bereits kurz nach der Vorstellung des Kindle 2 übte die "Authors Guild" scharfe Kritik an der Vorlesefunktion. Amazon besitze nicht das Recht, die Texte der Mitglieder des Verbandes zu vertonen. Das Pochen der Autoren auf ihren Rechten scheint gerechtfertigt gewesen zu sein. Zumindest gab Amazon recht schnell nach und schränkte die Vorlesefunktion ein. Jeder Schriftsteller könne selbst entscheiden, ob der Kindle 2 seine Werke vorlesen darf oder nicht.
Diese Beschränkung der Vorlesefunktion des Kindle 2 veranlasste wiederum den Blindenverband NFB zu Protesten. Die uneingeschränkte Vorlesefunktion biete seinen 50.000 Mitgliedern und allen anderen Menschen mit Sehbehinderungen oder Leseschwächen komfortablen Zugriff auf über 200.000 Bücher. NFB-Präsident Marc Maurer warnt Autoren und Verlage davor, ihre E-Books für die "text-to-speech"-Funktion zu blockieren. Dies sei eine Diskriminierung, die sein Verband nicht tolerieren werde. Unterstützung erhält der NFB bei seinem Protest von zahlreichen weiteren Verbänden, die sich zur "Reading Rights Coalition" zusammengeschlossen haben.
Schriftstellerverband sucht Lösung für Konflikt
Die "Authors Guild" reagierte auf den Protest vor ihrer Haustür. Sie bezeichnete ihn als unnötig und präsentierte im gleichen Atemzug einen Lösungsvorschlag, denn ihnen sei daran gelegen, dass möglichst viele Menschen Zugriff auf Bücher haben. Die einfache technische Lösung bestünde in einer Variante des Kindle 2, der alle E-Books ohne Einschränkungen vorliest. Diese Geräte würden nach Vorlage eines Nachweises über die Behinderung ausgegeben werden.
Wie die Mitglieder der "Reading Rights Coalition" den Vorschlag der "Authors Guild" bewerten, ist derzeit ebenso wenig bekannt wie die Bereitschaft von Amazon, den Vorschlag des Schriftstellerverbandes umzusetzen.


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