GEMA-Chef erhebt Vorwürfe gegen Videoportal - Kritik von kleineren Labels

GEMA vs. Youtube: Bisher kaum Videos gesperrt

GEMA vs. Youtube: Bisher kaum Videos gesperrt Die "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte", kurz GEMA, wirft Youtube vor, entgegen der eigenen Ankündigung bisher kaum Videos gesperrt zu haben. Unterstützung in der Auseinandersetzung um Lizenzzahlungen für den Abruf von Musikvideos auf Googles Videoportal erhält die GEMA von kleineren Musiklabels.

"Wenn ich mich bei Youtube umschaue, kann ich bisher nicht entdecken, dass bislang in größerem Umfang Videos gesperrt worden sind", zitiert das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" den Vorstandsvorsitzende der GEMA, Harald Heker, in der aktuellen Ausgabe. Ein kurzer Besuch auf dem Videoportal bestätigt seinen Vorwurf. Viele Videos sind noch problemlos abzurufen.

Google-Sprecher Kay Oberbeck bekräftigte gegenüber netzwelt den Willen von Youtube, sämtliche GEMA-Videos zu sperren. Dieser technische Prozess würde aber mehrere Tage dauern. Zudem könne das Videoportal nur die Filme über eine Content-ID schnell ermitteln, die die Plattenfirmen selbst eingestellt hätten. Bei Nutzervideos mit entsprechender Musik sei Youtube auf die Hinweise der GEMA oder der Rechteinhaber angewiesen.

GEMA-Chef Heker warf Youtube zudem vor, nur Druck auf die Urheber ausüben zu wollen: "Das hat nichts mehr mit fairen Verhandlungen zu tun." Er bestritt, zwölf Cent pro Musikvideoabruf gefordert zu haben. "Die Ausgangsbasis war ein Cent. Youtube spricht von zwölf Cent nur im Rahmen seiner Kampagne gegen uns", meinte der GEMA-Chef.

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Indie-Labels melden sich zu Wort

Rückendeckung erhält Heker vom Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT). Der Verein, dem rund 1.200 Labels, Verleger, Produzenten und Vertriebe, die für mehr als 50 Prozent der Neuveröffentlichungen auf dem deutschen Musikmarkt verantwortlich sind, angehören, wirft dem Youtube-Betreiber Google Fehlinformationen vor.

Der global agierende Konzern Google mit Gewinnmaximierungsabsicht verkaufe auf Youtube auf Grundlage millionenfacher Nutzungen der eingestellten Inhalte Werbung. Eine Beteiligung für die Autoren der Inhalte ist in den Augen des VUT in diesem Geschäftsmodell sowohl gesetzlich vorgeschrieben als auch angemessen und fair.

Der VUT geht davon aus, dass das willkürliche Zurückhalten der Nutzungsdaten vor allem Nachwuchskünstler und Künstler mit kleinen Einkommen schädigt. Bisher habe kein Autor in Deutschland einen Cent für die milliardenfache Nutzungen von Musik auf Youtube erhalten. Die ersten in England nach einem ähnlichen Streit zwischen Youtube und der dortigen Verwertungsgesellschaft geleisteten Zahlungen scheinen sehr gering zu sein. Der Songschreiber der Band Marillion, Mark Kelly, berichtet, er habe insgesamt 0,6 Pence, umgerechnet etwa 0,6 Cent, für mehr als 10 Millionen Nutzungen innerhalb von drei Monaten erhalten

Streit um Details

Der Hintergrund des Streits ist ein Ende März ausgelaufener Vertrag zwischen Youtube und der GEMA. Dieser im November 2007 geschlossene Vertrag erlaubt Youtube die Nutzung von Musikstücken aus dem Katalog gegen Zahlung einer pauschalen Geldsumme. Die Verhandlungen um eine Verlängerung oder Neufassung des Vertrags führten bisher zu keinem Ergebnis. Youtube kündigte daraufhin am 31. März 2009 an, sämtliche Musikvideos zu sperren, weil es keine Rechtssicherheit mehr für deren Nutzung gebe.

Die GEMA fordert unter anderem Einblick in die genauen Nutzungsstatistiken der einzelnen Videos und gibt sich nicht mehr mit einer Pauschalzahlung zufrieden. Für jeden einzelnen Abrufe solle Youtube zahlen. Das Videoportal sieht die Sache, wenig überraschend, anders und ist bemüht, seine Ausgaben möglichst gering zu halten.

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Beiträgeinsgesamt 6 Beiträge

Ich verstehe einfach nicht, wieso man immer alles so komPliziert machen muss. Mal ganz im Ernst. Ich will einfach nur Musik hören. Und ich sag euch ganz ehrlich Künstler/Musiker, die das alles nur wegen Geld machen...

Liebe Leute, man kann doch wohl kaum ein MP3 oder MP4 Video mit einer hochwertigen Produktion vergleichen, wer Musikm oder Film in hohem Genuss genießen will, der hat das entsprechende technische Gerät dazu und...

das neue gejaule im radio(seit ende der neunziger)ist nicht auszuhalten ich bin froh, die alten sachen zu finden welche für dumme produzenten zu schön und mainstream user zu anspruchsvoll sind.die radierer...

Die GEMA ist eine Vereinigung die (unter anderem) aus sehr vielen Freiberuflern und selbstständigen besteht...wie z.b. mir. In dieser Diskussion bekommen die geschädigten zu selten ein Gesicht. ICH...

Ich habe darüberhinaus noch NIE Werbung auf Youtube gesehen. Soviel zu dem Thema, man würde sich da bereichern wollen. DA will sich jemand ganz anderes Bereichern und schiebt den Peter zu google.

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