Kostenlose MP3s bei Google Music Search
Google: Kostenlose und kopierschutzfreie Musik für Chinesen
In keinem anderen Land ist Musikpiraterie so weit verbreitet wie in China. Der internationale Verband der Musikindustrie (IFPI) vermutet, dass weniger als ein Prozent aller Musikdownloads auf legalem Wege heruntergeladen wird. Dem soll nun die Kooperation von Google und dem chinesischen Online-Musikportal Top100.cn entgegenwirken.
Der am Montag gestartete Dienst heißt Google Music Search. Angeboten werden werbefinanzierte, kostenlose Downloads internationaler und chinesischer Interpreten. Bisher beläuft sich das Angebot auf rund 350.000 Songtitel. In den kommenden Monaten soll es auf 1,1 Millionen Songs ausgebaut werden.
Kostenlose und DRM-freie Lieder von Labels wie EMI und Warner
Die Titel werden unter anderem von Sony Music, Warner, EMI und Universal beigesteuert. Laut Google sind außerdem noch 140 unabhängige Plattenfirmen mit an Bord. Finanziert wird das Ganze über Anzeigen: Die Labels erhalten einen Teil der Werbeeinnahmen, im Gegenzug stellen sie DRM-freie MP3s zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Laut IFPI scheint das die einzige Möglichkeit, dem illegalen chinesischen Musikhandel entgegenzuwirken. Denn in der Bevölkerung bestehe kaum Bereitschaft, für Musikdownloads zu bezahlen. Schon seit Jahren versucht die Organisation gegen die Musikpiraterie vorzugehen. Im April 2006 verklagte sie den Betreiber der meist genutzten Suchmaschine Chinas, Baidu.com, vor einem Pekinger Gericht. Ihnen wurde vorgeworfen, den illegalen Musikhandel zu fördern und damit Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen zu leisten. Grund dafür ist, dass in den Suchergebnissen der Service-Seite auch nicht-lizenzierte Inhalte gelistet werden.
So schätzen Verwertungsgesellschaften, dass zwei Drittel der illegalen MP3-Dateien in China über Baidu vertrieben werden. Denn die Suchmaschine ist mit einem Anteil von über 60 Prozent derzeitiger Marktführer. Dahinter liegen Yahoo und Google mit großem Abstand. Googles Anteil beträgt ungefähr 26 Prozent.
In der Volksrepublik liegt Google nicht an der Spitze. Die Maßnahme gegen die Musikpiraterie könnte also auch dem Anbieter selbst sehr entgegenkommen. Besteht damit doch die Chance, die eigene Nutzerschaft auszuweiten und den Spitzenreiter vielleicht sogar von seinem Thron zu stoßen.
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