WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im Test (Update)

Bildqualität

Das Modul verbindet sich bei Bedarf über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung mit dem ASTRA-Webserver und kann somit die aktuellen Transponderlisten aus dem Netz herunterladen. Damit sind die Senderlisten immer aktuell. Auf einschlägigen Hackerseiten soll inzwischen auch eine geänderte Firmware für das Modul aufgetaucht sein. Angeblich verbindet sich mit dieser Software das Gerät nicht nur mit Astra, zum Download der Senderlisten, sondern nimmt auch Kontakt zu illegalen Card-Sharing Servern auf, um die notwendigen Daten zur illegalen Entschlüsselung von diversen Pay-TV Programmen zu erhalten. Das Gerücht konnte aber bislang noch nicht bestätigt werden.

Nachdem das Firmware-Update auf den Receiver aufgespielt wurde, waren wir gespannt, ob es bei der Bildübertragung zu Störungen kommt. In den Einstellungen des Receivers taucht bei LNB Typ jetzt zusätzlich zu den bereits bekannten "Universal LNB" und "Unicable LNB" noch der Typ "W-SAT LNB" auf. Nach Aktivierung dieser Option hatte der Receiver die gleiche Signalqualiät und Signalstärke wie auch vorher mit herkömmlichen Koaxialkabel und Multischalter. Die Bildqualität ändert sich nicht, da das Signal unkomprimiert übertragen wird. Auch HDTV-Sendungen konnten problemlos empfangen werden.

Werbung

W-SAT Modul von tete

Im Lieferumfang sind sämtliche zur Installation notwendige Komponenten enthalten, inklusive einer Software-CD.

Für den HDTV-Test wurde die Technisat Skystar HD 2 PCI Steckkarte verwendet, die das Signal über den WLAN-USB-Stick vom PC bekommt. Die notwendigen WLAN-Treiberupdates können von der Microsoft Webseite für XP und Vista heruntergeladen werden. Für Linux gibt es ebenfalls die entsprechenden neuen Treiber. Störungen konnte netzwelt während des Tests nicht feststellen, selbst ein Handy-Telefonat direkt neben dem LNB störte den Empfang nicht. Der Stromverbrauch des Moduls ist mit drei Watt erfreulich gering.

Pro und Contra

Da die Stromversorgung auch mit Hilfe eines bereits verlegten Koaxkabels erfolgen kann, sind den Umrüstmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Im Zuge der Abschaltung der analogen Sender, die für 2010 geplant ist, ergibt sich eine interessante Alternative. Es müssen keine neuen Kabel verlegt werden, lediglich das alte analoge LNB muss ausgetauscht werden. Das vereinfacht die Umrüstung in vielen Fällen enorm. Auch die Erweiterung von bestehenden Anlangen ist kein Problem. Es wird einfach der zusätzliche Receiver über das Webinterface angemeldet und schon kann es losgehen.

Problematisch ist derzeit noch die Auswahl an Receivern. Momentan gibt es die passende Firmware nur für den getesteten Topfield PVR6000 WS und den AzBox Premium HD PVR sowie für die Dreambox DM8000. Weitere Receiver werden aber in den nächsten Wochen folgen. Am PC kann das Modul momentan nur mit Windows und Linux verwendet werden. Ein Update für Macs ist erst für Ende 2009 geplant.

Bei der Verwendung von zwei LNB gleichzeitig steigt die Netzwerkauslastung auf bis zu 60 Prozent an. Im Test wurde der Buffalo Nfiniti WLAN Router (WZR-AG300NH) verwendet, der für eine sehr hohe Übertragungsrate bekannt ist. Geschwindigkeitsprobleme bei normaler DSL-Nutzung oder VoiP gab es nicht, eventuell sollte ein zweiter Router verwendet werden, wenn das normale Hausnetz die volle Datenrate bekommen soll.

Fazit

Das W-SAT Modul tete NT ZL-W-4001 bietet gerade im Hinblick auf die Abschaltung der analogen Sender im Jahr 2010 eine interessante Alternative zu herkömmlichen LNB. Die Installation ist sehr einfach und auch bei bestehenden Anlagen kein Problem. Die Signalverteilung über das W-LAN funktionierte im Test sehr gut.

Das Modul ist mit einem Preis von 349 Euro sicher kein Schnäppchen, dafür entfällt die komplette Verkabelung im Haus sowie ein zusätzlicher Multischalter. Schwer vorzustellen, dass sich das Prinzip der drahtlosen Übertragung von Sat-Signalen nicht durchsetzen wird, denn die Vorteile sind kaum von der Hand zu weisen. Die Firma Sat Electronics Hampel (S.E.H) bietet den WLAN-fähigen Multischalter derzeit in einer Sonderaktion zum Einführungspreis von 245 Euro an.

Update vom 2. April: Aprilscherz!

Ein WLAN-Modul für Satellitenantennen - das wäre zu schön, um wahr zu sein. Wie einige Leser bereits richtig erkannt haben, handelt es sich bei dieser Geschichte um einen Aprilscherz der netzwelt-Redaktion. Tatkräftige Unterstützung gab es hierbei von den Sat-Experten unseres Forums, "King W." und "grimreaper", die für die Idee und die Umsetzung verantwortlich sind. Vielen Dank an dieser Stelle von der gesamten Redaktion für diesen gelungenen Aprilscherz. Vielleicht nimmt sich ein Hersteller aber tatsächlich dieser Idee an und bringt einen entsprechendes Gerät auf den Markt.

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Online-Service Nach ARD-Reportage Mitarbeiter verteidigen Amazon

Die schlechten Arbeitsbedingungen bei Amazon beherrschen momentan die Schlagzeilen. Doch offenbar hat der Online-Versandhändler als Arbeitgeber...



Forum