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WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im Test (Update)
Schluss mit dem Kabelsalat

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Die Firma tete electronics zeigte bereits auf der diesjährigen CeBIT ihr neues WLAN-Modul für Satellitenantennen. Dabei wird der so genannte W-SAT Standard zur Übertragung der Signale verwendet. Mit dem W-SAT Modul tete ZL-W4001-N ist es erstmalig möglich, das Signal vom LNB direkt in das heimische WLAN einzuspeisen. Das aufwändige Verlegen von einzelnen Kabeln zu jedem Receiver entfällt damit vollständig. Netzwelt hat die Möglichkeit, die Weltneuheit exklusiv zu testen.

Die Firma tete electronics zeigte bereits auf der diesjährigen CeBIT ihr neues WLAN-Modul für Satellitenantennen. Dabei wird der so genannte W-SAT Standard zur Übertragung der Signale verwendet. Mit dem W-SAT Modul tete ZL-W4001-N ist es erstmalig möglich, das Signal vom LNB direkt in das heimische WLAN einzuspeisen. Das aufwändige Verlegen von einzelnen Kabeln zu jedem Receiver entfällt damit vollständig. Netzwelt hat die Möglichkeit, die Weltneuheit exklusiv zu testen. Das Update vom 2. April finden Sie am Ende des Artikels.

Das W-SAT Modul tete ZL-W4001-N sendet die Signale vom LNB direkt an einen WLAN-Router. Der Router muss dazu auf Grund der hohen Datenraten den N-Standard unterstützen. Die theoretische Datentransferrate von bis zu 300 Mbps wird durch MIMO-Technik erreicht, die die Signale in zwei oder mehrere Datenströme aufteilt und über jeweils eine eigene Antenne sendet. Die Empfangsgeräte können auch mit IEEE 802.11g angebunden werden. Sowohl das W-SAT Modul als auch der Access Point kommunizieren dabei mit hardwarebeschleunigter WPA2-Verschlüsselung.

Funktionsweise

Das Modul wird dazu direkt mit dem Quattro LNB verbunden. Alle Frequenzbänder werden direkt zum Router übertragen, von dort aus dann je nach Bedarf zu den einzelnen Receivern. Diese müssen dazu ebenfalls über eine WLAN-Schnittstelle verfügen. Derzeit ist die Auswahl an Receivern noch recht klein, das ändert sich aber spätestens bis zur diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA). Dort haben mehrere Hersteller entsprechende Receiver bereits angekündigt.

Das W-SAT Modul tete ZL-W4001-N überträgt die Signale des LNB kabellos ins heimische Netzwerk. Die Verarbeitung ist gut, jedoch wäre ein integrierter Wetterschutz wünschenswert.

Momentan lassen sich maximal zwei Quattro LNB über W-SAT einbinden, da die Datenraten bei drei oder mehr LNB auch den Standard 802.11n überschreiten würden. Die Stromversorgung von LNB und W-SAT Modul erfolgt über ein zusätzliches Steckernetzteil. Dafür kann entweder das mitgelieferte und fünf Meter lange Anschlusskabel verwendet werden oder es wird ein normales Koaxialkabel für die Stromversorgung eingesetzt. Letzteres bietet sich vor allem dann an, wenn bereits ein Kabel an der bestehenden Anlage vorhanden ist und dieses nicht ausgetauscht werden kann.

Montage

Für den Praxistest wurde das Modul an eine Triax TDE88 mit einem MIT Supreme Blue Quattro LNB angebaut. Die Montage ist mit Hilfe der im Lieferumfang befindlichen vier kurzen Verbindungskabel kinderleicht. Unterschiedliche Rastermaße der LNB lassen sich durch die flexible Verbindung einfach ausgleichen.

Die vier Ausgänge vom LNB werden direkt mit den vier Eingängen vom ZL-W4001-N verbunden. Das einzige Kabel, das dann noch verlegt werden muss, ist der Stromanschluss. Hierzu kann auch ein bereits vorhandenes Koaxkabel zusammen mit dem mitgelieferten 5-Volt-Netzteil verwendet werden. Eine eindeutigere Beschriftung der Eingänge am Modul wäre wünschenswert, dann hätte der Anschluss auch ohne Handbuch geklappt.

Schematische Darstellung des Testaufbaus.(Klick vergrößert)

Insgesamt macht das Modul einen sehr robusten Eindruck, der Empfang ist erstklassig. Die maximale Reichweite soll laut Hersteller bei circa einhundert Metern liegen. Dies konnten wir im Test nicht überprüfen, da die Schüssel direkt am Haus montiert ist. Der Router hatte allerdings überall im Haus vollen Empfang vom Modul.

Wünschenswert wäre ein integrierter Wetterschutz, wie er bei den meisten aktuellen LNB der Fall ist. Nach Rücksprache mit tete electronics ist aber für das dritte Quartal 2009 ein LNB mit integrierter Elektronik geplant. Das dürfte dann auch das Problem des zusätzlichen Gewichtes am Feedarm beheben, hier könnte es bei ausgesprochen günstigen Schüsseln eventuell zu Stabilitäts-Problemen kommen.

Die vier Ausgänge vom LNB werden direkt mit den vier Eingängen vom ZL-W4001-N verbunden. Das einzige Kabel, das dann noch verlegt werden muss, ist der Stromanschluss.

Einbindung in das Netzwerk

Die Übertragung der Daten entsprich der ISO/IEC 26907, eine Einbindung in das Heimnetzwerk ist daher mit jedem WLAN Router der den Standard Draft-802.11n unterstützt möglich. Die Übertragung erfolgt grundsätzlich mit sicherer WPA2-Verschlüsselung. Jeder Receiver wird über das Webinterface des Moduls angemeldet. Dass der Nachbar unerlaubt mitschauen kann, ist also ausgeschlossen.

Das Modul verbindet sich bei Bedarf über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung mit dem ASTRA-Webserver und kann somit die aktuellen Transponderlisten aus dem Netz herunterladen. Damit sind die Senderlisten immer aktuell. Auf einschlägigen Hackerseiten soll inzwischen auch eine geänderte Firmware für das Modul aufgetaucht sein. Angeblich verbindet sich mit dieser Software das Gerät nicht nur mit Astra, zum Download der Senderlisten, sondern nimmt auch Kontakt zu illegalen Card-Sharing Servern auf, um die notwendigen Daten zur illegalen Entschlüsselung von diversen Pay-TV Programmen zu erhalten. Das Gerücht konnte aber bislang noch nicht bestätigt werden.

Bildqualität

Nachdem das Firmware-Update auf den Receiver aufgespielt wurde, waren wir gespannt, ob es bei der Bildübertragung zu Störungen kommt. In den Einstellungen des Receivers taucht bei LNB Typ jetzt zusätzlich zu den bereits bekannten "Universal LNB" und "Unicable LNB" noch der Typ "W-SAT LNB" auf. Nach Aktivierung dieser Option hatte der Receiver die gleiche Signalqualiät und Signalstärke wie auch vorher mit herkömmlichen Koaxialkabel und Multischalter. Die Bildqualität ändert sich nicht, da das Signal unkomprimiert übertragen wird. Auch HDTV-Sendungen konnten problemlos empfangen werden.

Im Lieferumfang sind sämtliche zur Installation notwendige Komponenten enthalten, inklusive einer Software-CD.

Für den HDTV-Test wurde die Technisat Skystar HD 2 PCI Steckkarte verwendet, die das Signal über den WLAN-USB-Stick vom PC bekommt. Die notwendigen WLAN-Treiberupdates können von der Microsoft Webseite für XP und Vista heruntergeladen werden. Für Linux gibt es ebenfalls die entsprechenden neuen Treiber. Störungen konnte netzwelt während des Tests nicht feststellen, selbst ein Handy-Telefonat direkt neben dem LNB störte den Empfang nicht. Der Stromverbrauch des Moduls ist mit drei Watt erfreulich gering.

Pro und Contra

Da die Stromversorgung auch mit Hilfe eines bereits verlegten Koaxkabels erfolgen kann, sind den Umrüstmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Im Zuge der Abschaltung der analogen Sender, die für 2010 geplant ist, ergibt sich eine interessante Alternative. Es müssen keine neuen Kabel verlegt werden, lediglich das alte analoge LNB muss ausgetauscht werden. Das vereinfacht die Umrüstung in vielen Fällen enorm. Auch die Erweiterung von bestehenden Anlangen ist kein Problem. Es wird einfach der zusätzliche Receiver über das Webinterface angemeldet und schon kann es losgehen.

Problematisch ist derzeit noch die Auswahl an Receivern. Momentan gibt es die passende Firmware nur für den getesteten Topfield PVR6000 WS und den AzBox Premium HD PVR sowie für die Dreambox DM8000. Weitere Receiver werden aber in den nächsten Wochen folgen. Am PC kann das Modul momentan nur mit Windows und Linux verwendet werden. Ein Update für Macs ist erst für Ende 2009 geplant.

Bei der Verwendung von zwei LNB gleichzeitig steigt die Netzwerkauslastung auf bis zu 60 Prozent an. Im Test wurde der Buffalo Nfiniti WLAN Router (WZR-AG300NH) verwendet, der für eine sehr hohe Übertragungsrate bekannt ist. Geschwindigkeitsprobleme bei normaler DSL-Nutzung oder VoiP gab es nicht, eventuell sollte ein zweiter Router verwendet werden, wenn das normale Hausnetz die volle Datenrate bekommen soll.

Fazit

Das W-SAT Modul tete NT ZL-W-4001 bietet gerade im Hinblick auf die Abschaltung der analogen Sender im Jahr 2010 eine interessante Alternative zu herkömmlichen LNB. Die Installation ist sehr einfach und auch bei bestehenden Anlagen kein Problem. Die Signalverteilung über das W-LAN funktionierte im Test sehr gut.

Das Modul ist mit einem Preis von 349 Euro sicher kein Schnäppchen, dafür entfällt die komplette Verkabelung im Haus sowie ein zusätzlicher Multischalter. Schwer vorzustellen, dass sich das Prinzip der drahtlosen Übertragung von Sat-Signalen nicht durchsetzen wird, denn die Vorteile sind kaum von der Hand zu weisen. Die Firma Sat Electronics Hampel (S.E.H) bietet den WLAN-fähigen Multischalter derzeit in einer Sonderaktion zum Einführungspreis von 245 Euro an.

Update vom 2. April: Aprilscherz!

Ein WLAN-Modul für Satellitenantennen - das wäre zu schön, um wahr zu sein. Wie einige Leser bereits richtig erkannt haben, handelt es sich bei dieser Geschichte um einen Aprilscherz der netzwelt-Redaktion. Tatkräftige Unterstützung gab es hierbei von den Sat-Experten unseres Forums, "King W." und "grimreaper", die für die Idee und die Umsetzung verantwortlich sind. Vielen Dank an dieser Stelle von der gesamten Redaktion für diesen gelungenen Aprilscherz. Vielleicht nimmt sich ein Hersteller aber tatsächlich dieser Idee an und bringt einen entsprechendes Gerät auf den Markt.

Kommentare zu diesem Artikel

Die Firma tete electronics zeigte bereits auf der diesjährigen CeBIT ihr neues WLAN-Modul für Satellitenantennen. Dabei wird der so genannte W-SAT Standard zur Übertragung der Signale verwendet. Mit dem W-SAT Modul tete ZL-W4001-N ist es erstmalig möglich, das Signal vom LNB direkt in das heimische WLAN einzuspeisen. Das aufwändige Verlegen von einzelnen Kabeln zu jedem Receiver entfällt damit vollständig. Netzwelt hat die Möglichkeit, die Weltneuheit exklusiv zu testen.

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  • Tobias Claren schrieb Uhr
    AW: News - Aprilscherz: WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im Test

    Mit wem? Hat jemand ein Patent darauf und blockiert die Entwicklung, oder wie ist das zu verstehen?
  • grimreaper schrieb Uhr
    AW: News - Aprilscherz: WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im Test

    Da sollten wir wohl mal einen Patentkrieg vom Zaun brechen ;-)
  • Tobias Claren schrieb Uhr
    AW: News - Aprilscherz: WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im Test

    Was ist daran "zu schön um wahr zu sein? Ich benutze so etwas. Naja, nicht so kompakt (und der Receiver ist auch nicht am Spiegel montiert), aber im Grunde funktioniert es.

    Man KÖNNTE einen Satreceiver mit WLAN und Enigma2 (z.B. Vu+ oder Dreambox) direkt am Mast befestigen. Der ist dann per WLAN mit dem WLAN-Router verbunden.

    Ein weiterer Receiver kann den bzw. die Tuner (per USB auch 4 oder evtl. mehr) des Receiver am Mast als virtuelle Tuner nutzen als wären sie eingebaut.

    Fertig ist Sat über WLAN. Nebenbei kann man natürlich von jedem Browser aus über das Webinterface oder App für Android und iPhone programmieren, Live-TV sehen, Aufnahme sehen usw. (auch über das Internet aus dem Ausland).

    Warum sollte es da ein Problem sein eine Box zur Mastmontage mit Tunern und WLAN anzubieten? Ein kleiner regendichter Tunerserver. Strom ist meist ein weniger großes Problem. Zusätzlich könnte man auch eine Solarzelle mit Pufferakku anbieten. So dimensioniert, dann alle Tuner auch 24h laufen könnten.

    Oder direkt in einen LNB. Und in den Spiegel eine Solarzellenbeschichtung. Auf der Spiegelrückseite den Pufferakku.
  • Unregistriert2710 schrieb Uhr
    wie wäre es hiermit?

    Ich habe mir vor längerer Zeit das Ding angeschafft! Klappt super und ist wohl das nachdem alle suchen, die "w sat" googlen :D ... zumindest hat es denselben effekt... TERRATEC CON3 bei reichelt.de LG jojo
  • Tutu1988 schrieb Uhr
    AW: News - Aprilscherz

    Naja so unglaublich ist das auch wieder nicht. Die Firma Develo biete sowas ähnliches doch an.
  • King W. schrieb Uhr
    AW: News - Aprilscherz: WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im

    :D Wozu Heißkleber nicht alles gut ist ... :D

    Und das Ganze für 245€ bei SEH! Den Shop wollen wir doch auch nicht vergessen, er hat prima mitgespielt und das Teil für einen Tag eingestellt.

    :fettesda:

    P.S.: Aber habt ihr euch echt Mühe gegeben, Hut ab! ;)

    Stimmt, war einiges an Arbeit, aber es ist ja nur einmal im Jahr der 1. April, da kann man so etwas schon mal machen. ;)
  • grimreaper schrieb Uhr
    AW: News - Aprilscherz: WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im

    :D Hier mal das Foto vom Innenleben:
  • syramar schrieb Uhr
    P.S.: Aber habt ihr euch echt Mühe gegeben, Hut ab! ;-)
  • syramar schrieb Uhr
    Netzwelt 0104... aber wenn man so drauf gekommen wäre müsste man schon ziemlicher Querdenker sein...
  • SmilingBoy schrieb Uhr
    AW: News - Aprilscherz: WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im

    Danke jedenfalls für diesen gelungenen Scherz! Fast hätte ich es geglaubt. :D

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WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im Test (Update)
WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im Test (Update)
Ein Traum vieler Häuslebauer wird war: Schluss mit dem Kabelsalat bei der Installation einer Sat-Schüssel. Diese Anlage überträgt drahtlos das Sat-Signal an den Fernseher im Wohnzimmer und macht mühsames Strippen-Ziehen überflüssig.
http://www.netzwelt.de/news/79675-wlan-satellitenschuesseln-w-sat-modul-tete-zl-w4001-n-test-update.html
2009-04-01 10:08:00
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WLAN für Satellitenschüsseln: W-SAT Modul tete ZL-W4001-N im Test (Update)