Zwei neue Preise: Hits für 1,29 Euro und Ladenhüter für 0,69 Euro
iTunes: Apple erhöht Preise für Top-Songs
Im April verabschiedet sich Apple vom Einheitspreis für Musik-Downloads im iTunes-Store. Einzelne Songs kosten dann neben 0,99 Euro auch 1,29 Euro sowie 0,69 Euro. Die Anzahl der günstigen Titel soll deutlich größer sein als die Zahl der teuren Songs. Wer die Top Ten kaufen will, sollte aber besser noch vor der Umstellung den Download starten.
Die Los Angeles Times (LA Times) meldet, dass Apple das Preissystem des größten Online-Musikladens am 7. April 2009 umstellt. Sie beruft sich dabei auf Quellen aus der Musikindustrie, die Apple von den bevorstehenden Änderungen unterrichtete. Apple Deutschland bestätigt den Termin nicht, sondern verweist gegenüber netzwelt nur auf die Ankündigung vom Januar. Diese kündigt die Umstellung vergleichsweise ungenau für April 2009 an.
Psychologische Grenze 99 Cent
Die psychologische Grenze von 99 Cent überschreitet iTunes laut LA Times bei aktuellen Verkaufshits aus den Charts. Der höherere Preis von 1,29 Euro solle aber auch für ausgewählte Klassiker gelten. Auf die untere Preisstufe von 69 Cent würde vor allem altes Material, das sich ansonsten nicht mehr gut verkauft, rutschen. Damit entfaltet das Prinzip von Angebot und Nachfrage auch im iTunes-Store seine Wirkung.
Die neue Preispolitik kündigte Apple bereits auf der Messe "Macworld" im Januar 2009 an. Bis zu diesem Tag setze Apple seine Firmenpolitik von identischen Preisen für jeden Song auch gegen die Widerstände der großen Plattenfirmen durch. Das neue Preismodell stößt aber auch auf Kritik in der Musikindustrie.
Negative Auswirkungen der neuen Preise befürchtet/p>
Der ehemalige EMI-Manager Ted Cohen hält gegenüber der LA Times die Preisumstellung in der aktuellen wirtschaftlichen Lage für einen "PR-Albtraum". Cohen, der inzwischen Firmen zu digitalen Medien berät, geht davon aus, dass die neuen Preise ähnliche Auswirkungen auf die Musikindustrie haben werden wie die umstrittenen Bonuszahlungen für die AIG-Manager auf die Versicherungsbranche.
Für Jim Gueriont, der Bands wie Nine Inch Nails, No Doubt und Offspring managt, geht die Preiserhöhung in die falsche Richtung: "Wäre es nicht sinnvoller, die Preise zu senken, anstatt die wenigen Leute, die noch bereit sind, für Musik zu bezahlen, noch weiter auszupressen?", fragt er rhetorisch.
Der Analyst Russ Crupnick von der "NPD Group" geht dagegen davon aus, dass die höheren Preise kaum jemanden davon abhalten werden, sich mit Neuerscheinungen einzudecken. Zahlen seines Marktforschungsunternehmens zufolge gab jeder Käufer von digitaler Musik in den USA im Jahr 2008 im Schnitt 41 Dollar aus.

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