CAT-iq: Neuer Standard für die Schnurlos-Telefonie
Voraussetzungen: DSL und Router müssen her
Als Weiterentwicklung von DECT unterstützt CAT-iq auch das Telefonieren über das Festnetz. Um die Vorteile der neuen Technologie genießen zu können, wird aber ein DSL-Anschluss und eine entsprechender VoIP-Router benötigt. An diesen wird das Telefon oder dessen Basisstation angeschlossen. Da CAT-iq auf dem DECT-Standard arbeitet, funken die Telefone im selben Frequenzband im Bereich 1,9 Gigahertz. Störungen mit WLAN kommen dadurch nicht zustande. Von einem parallelen Betrieb von CAT-iq- und DECT-Basisstationen ist aber abzuraten.
Gespräche in HD-Qualität
Die verbesserte Sprachqualität ist ein wesentlicher Vorteil zur herkömmlichen DECT und VoIP-Telefonie. Irritierend sind hierbei die Bezeichnungen der Hersteller: So benutzt Siemens das Label "HDSP" (High Definition Sound Performance) für seine Geräte, im Umlauf sind auch die Bezeichnungen "Wideband Audio" oder "HD-Audio".
Um Telefongespräche in höherer Qualität führen zu können, muss auf beiden Seiten der Leitung ein CAT-iq fähiges Telefon verwendet werden. Außerdem müssen die Gespräche über das Internet geführt werden.

Glasklare Telefongespräche werden möglich durch eine höhere Bandbreite zwischen Mobilteil und Basisstation. Diese war bei der herkömmlichen DECT-Telefonie limitiert: Übertragungsraten von 32 kbit/s - mehr ging nicht. Durch den neuen Standard können bis zu 384 kbit/s übertragen werden. Beim Versand der digitalen Sprachdaten wird zurzeit der Audiocodec G.722 eingesetzt - er komprimiert Sprachpakete mit einer Datenrate von 64 kbit/s. Von dieser Verbesserung sollen zukünftig auch weitere Dienste profitieren - etwa das Streaming von Audioinhalten über CAT-iq fähige Telefone.
Nur wenige Geräte auf dem Markt
Das weltweit erste Gerät mit CAT-iq-Zertifikat war das Siemens Gigaset S675 IP, das im Dezember 2007 auf dem Markt kam. Es nutzte die verbesserte Sprachqualität von CAT-iq.
Inzwischen hat Siemens nachgelegt: Der Nachfolger des Gigaset S675 IP, das S685 IP, zeigt auf seinem 128x160 Pixel großen Display neben der Uhrzeit auch Wettervorhersagen an, auf Wunsch werden auch RSS-Feeds ausgespielt. Über den Stand laufender Auktionen bei Ebay informiert das Gigaset A580 IP. Siemens gibt an, dass die Anzeige von Internetinhalten unabhängig vom Telefonmodell funktioniert. Demnach ist davon auszugehen, dass auch das S675 IP Medieninhalte aus dem Netz anzeigt.

Alle Geräte von Siemens nutzen das Online-Telefonbuch von Klicktel. Praktisch ist diese Funktion nicht nur bei der Suche nach einer wichtigen Telefonnummer: Wenn der Gesprächspartner seine Rufnummer überträgt, lässt sich diese auch per Clip-Funktion im Adressbuch abspeichern. Das Bluetooth-fähige Gigaset S685 IP ermöglicht zudem den Austausch mit anderen mobilen Geräten wie Handys oder PC.
Siemens stellt den Nutzern seiner CAT iq-fähigen Telefone auch einen Community-Dienst zur Verfügung. Wer sich in dem VoIP-Netzwerk "Gigaset.net" angemeldet hat, kann kostenlos mit anderen Teilnehmern Gespräche führen. Ein zusätzlicher Telefon-Anbieter wird überflüssig. Die Gigaset-Telefone kosten 140 Euro, das A580 IP ist für 65 Euro im Handel erhältlich. Laut der Webseite cat-iq.org sind die Siemens-Telefone neben dem EV100DE von vtech die einzigen für den CAT-iq Standard zertifizierten Geräte.
Was technisch in Zukunft möglich ist, hat der vor allem für seine Router bekannte Hersteller AVM in diesem Jahr auf der CeBIT gezeigt. So überträgt das "FRITZ!Fon MT-F" auch Podcasts, Musik und Webradio von USB-Sticks, Netzwerk- oder Online-Speichern. Voraussetzung ist allerdings eine "FRITZBox" mit integrierter DECT-Basisstation, die die Internet- und Netzwerkanbindung herstellt. Das "FRITZ!Fon MT-F" zeigt auch Webanwendungen wie RSS-Feeds auf dem Display an. AVM bringt das schnurlose Telefon im Juli dieses Jahres an den Start. Aktuell hat der Hersteller das CAT iq-fähige "FRITZ!Fon MT-D" im Angebot. Es nutzt vor allem die verbesserten Audiofähigkeiten des neuen Standards aus.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum der Konkurrenzstandard WLAN CAT-iq das Leben schwer machen könnte.
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