vReveal: Videoverbesserung à la CSI im Test
Grenzen von vReveal
Das Ergebnis der Optimierung zeigt "vReveal" sofort an. Die Videos laufen allerdings nur verlangsamt ab. Um die verbesserten Videos anzusehen, bietet das Programm unter dem Reiter "Verteilen" zwei Optionen. Zum einen kann man sich mit seinen Zugangsdaten beim Videoportal Youtube anmelden und den optimierten Film direkt hochladen. Zum anderen besteht die Möglichkeit, das verbesserte Video auf dem Computer abzuspeichern.
Beim Abspeichern auf der Festplatte kann man die Auflösung des Videos festlegen. Neben der aktuellen Größe sind Breiten von 240, 480 und 720 Pixeln möglich. Als Dateiformate stehen WMV und AVI zur Verfügung. Dateiname und Speicherort können frei gewählt werden. Zur besseren Vergleichbarkeit bietet "vReveal" an, die ursprüngliche und die überarbeitete Version des Videos in einem Rahmen zu speichern.
Bisher unterstützt "vReveal" weder den zum Beispiel bei Digitalkameras weit verbreiteten H.264-Codec noch die Verwendung mehrerer Grafikkarten in einem so genannten SLI-Verbund. Während Letzteres nach Auskunft des bei "MotionDSP" für "vReveal" zuständigen Produkt Managers Mike Sonders in einer zukünftigen Version des Programms möglich sein soll, ist Ersteres vor allem ein Geldproblem. "MotionDSP" müsste für die Verwendung des H.264-Codec so hohe Lizenzgebühren zahlen, dass "vReveal" mehr als die aktuellen 39 Euro kosten müste.
Die Möglichkeit, die Pixelanzahl zu verdoppeln, besteht nur bei Videos mit einer maximalen vertikalen Auflösung von 288 Pixeln. Die Leistung von "vReveal" reicht derzeit nur für die Optimierung von Videos aus, die in einer kleineren Auflösung als 1.280 x 720 Pixel (HD) vorliegen.
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Bei unserem Handy-Video sind die Verbesserungen nicht so offensichtlich wie in den Demo-Videos des vReveal-Herstellers MotionDSP.
Im Gespräch mit netzwelt erklärt Mike Sonders, warum sich "vReveal" nicht dazu eignet, direkt in Kameras oder Camcordern eingesetzt zu werden: "Die Technologie erfordert eine erhebliche Prozessorleistung. Eine Leistung, die bisher nicht in solchen Geräten verfügbar ist. Ein Computer mit einem Prozessor oder noch besser einem Grafikprozessor ist nötig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten.
Schnellere Berechnung mit Nvidia CUDA
Der Grafikkarten-Hersteller Nvidia unterstützt "MotionDSP" bei der Entwicklung und Vermarktung von "vReveal". Der Grund dafür ist die CUDA-Architektur und die Rechenkraft der Nvidia-Grafikkarten, die besonders bei der Videobearbeitung den normalen Prozessor in den Schatten stellt.
CUDA verdankt seine Existenz der Erkenntnis bei Nvidia, dass die eigenen Grafikkarten nicht nur für die Berechnung von Computerspielen eingesetzt werden können. Vor allem bei der Video- und Grafikbearbeitung wie mit "vReveal" übertreffen die Grafikkarten normale Prozessoren um ein Mehrfaches. Mit einer Nvidia-Grafikkarte berechnet "vReveal" ein neues Videos bis zu fünfmal schneller als ohne. Der Grund hierfür sind unter anderem die bis zu 240 Rechenkerne eines Grafikprozessors. Zum Vergleich: Intels modernste Prozessoren trumpfen mit nur vier Kernen auf.
Fazit
In unserem Testvideo ist zwar eine Verbesserung des Bildes festzustellen. Sie ist aber nicht so markant wie in den Beispielvideos des Herstellers. Das Programm eignet sich vor allem für Videofilmer, die mit der Qualität ihres Camcorders, Handys oder der Digitalkamera nicht zufrieden sind, aber die hohen Ausgaben für ein neues Gerät scheuen. Ein Blick auf die kostenlose 30-Tage-Testversion von "vReveal" zeigt, ob sich die Investition von 39 Euro lohnt oder ob doch erst das Sparschwein gefüttert werden muss. Zwei Wermutstropfen bleiben: Die Automatik überzeichnet häufig die Bilder und die Einstellungen der Feinabstimmung können nicht gespeichert werden, um zum Beispiel mehrere ähnliche Videos nacheinander zu optimieren.
