Umfrage zu Jugendgewalt bringt Erkenntnisse über Computerspielabhängigkeit
Computerspiele: 14.000 Neuntklässler süchtig
14.000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren sind nach Medienberichten in Deutschland nach medizinischen Kriterien süchtig nach Computerspielen. Weitere 23.000 gelten als stark gefährdet. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover unter 44.610 Schülern und Schülerinnen der neunten Jahrgangsstufe.
Die 14.000 computerspielabhängigen Schüler machen etwa 1,75 Prozent der rund 800.000 in Deutschland lebenden Jugendlichen im Alter von 15 Jahren aus. Das Magazin "Der Spiegel" berichtet vorab über Zahlen der Studie des KFN aus den Jahren 2007 und 2008, die am heutigen Montag in Hannover vorgestellt werden soll. Angesichts der nach dem Amoklauf von Winnenden erneut aufkeimenden Diskussion um Computerspiele erregt vor allem die Zahl zur Computerspielabhängigkeit Aufsehen.
Das Nachrichtenmagazin berichtet von weiteren Ergebnissen der Schülerbefragung. 130 Minuten hätten Jugendliche 2007/2008 im Schnitt an einem Schultag mit Computerspielen verbracht. 2005 seien es dagegen nur 91 Minuten gewesen. Am Wochenende stieg die Zahl sogar von 140 auf 167 Minuten. Die Forscher hätten ebenfalls herausgefunden, dass fast jeder sechste Junge am Tag sogar länger als viereinhalb Stunden spiele. Mädchen würden zwar deutlich weniger spielen, aber auch bei ihnen hätten sich die Spielzeiten an Schultagen verdreifacht und am Wochenende verdoppelt.
Lange Spielzeit allein noch keine Sucht
Ausuferndes Spielen führe allein aber nicht automatisch zu einer Abhängigkeit, heißt es in dem Bericht weiter. Der Studie zufolge verstärken Online-Rollenspiele das Sucht-Risiko. Dies gelte vor allem für das beliebte Spiel "World of Warcraft", das weltweit 11,5 Millionen Menschen spielen. Mit Blick auf das erhöhte Suchtrisiko forderte der Leiter des KFN, Christian Pfeiffer, gegenüber dem Magazin die Altersfreigabe für das Spiel von 12 auf 18 Jahre heraufzusetzen.
Dabei erhält Pfeiffer einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zufolge Unterstützung von der niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann. Bisher haben nur die Darstellungen von Sex und Gewalt Einfluss auf die Jugendfreigabe eines Spieles. Ein möglicher Suchtfaktor findet keine Berücksichtigung.
Studie untersucht hauptsächlich Jugendgewalt
Die Zahl der Computerspielsüchtigen ist eigentlich nur ein Nebenprodukt der vom Bundesministerium des Innern geförderten Umfrage zu Jugendgewalt unter Schülern der neunten und vierten Jahrgangsstufe. Im Mittelpunkt der Dunkelfeldbefragung zur Jugenddelinquenz des KFN stehen die Analyse der Jugendgewalt, aus Opfer- wie aus Täterperspektive. Durch die große Zahl der Befragten verfügt das Institut ebenfalls über aussagekräftige Zahlen zu weiteren Themen wie eben die Abhängigkeit von Computerspielen, Drogenkonsum, Integration von Migranten, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus, Freundesgruppe, Medienkonsum oder Lehrereinschätzung.

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130 minuten am tag *kringelt sich vor Lachen auf dem Boden* in den paar Minuten schafft man ja garnix. Selbst ich als Informatikkaufmann investiere täglich mehr Zeit in mein Hobby als 2 Stunden... und...
Was sind schon 130 Minuten am Tag für nen Schüler? 2 Stunden von seiner Freizeit wird man ja wohl für sein Hobby aufwenden dürfen. Wäre die Empörung genauso groß wenn die Jungs und Mädels 130...
Also ich bin noch nicht süchtig. "Noch nicht"
Die Menschen brauchen halt diesen Strohhalm an den sie sich klammern können und bevor man sich selbst die Schuld eingesteht zeigt man lieber auf Dinge von denen nur die "Betroffenen" eine Ahnung zu haben scheinen.
Die Debatte kommt immer und immer wieder hoch! Verdammt ich bin ein Erwachsener und vorallem Mündiger Bürger aber das ist den Herren und Damen Politikern wohl ziemlich egal oder? Ihr verjubelt unsere...