Community-Funktionen sollen Austausch fördern

Web-TV: Videoportal Hulu wird soziales Netzwerk

Der Hype um soziale Netzwerke wie Facebook oder MySpace lässt auch den US-amerikanischen Web TV-Dienst Hulu nicht kalt. Ab sofort integriert das von Rupert Murdochs News Corp. und dem Fernsehsender NBC Universal vor einem Jahr gestartete Internetfernsehen Community-Funktionen: Mitglieder können auf der Seite ein eigenes Profil mit einem grafischen Alter Ego erstellen, auch Avatar genannt. Per E-Mail können Nutzer zudem ihre Freunde aus anderen Netzwerken einladen und sich über Lieblingsserien unterhalten oder interessante neue TV-Serien entdecken. Auch neu ist eine Trendseite, die Hulu "the Scorecard" nennt. Die Rangliste führt etwa die am häufigsten per Mail empfohlenen und gesuchten Videos auf.

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Was für Hulu-Mitglieder durchaus interessante Neuerungen sein dürften, hat für die Betreiber vor allem wirtschaftliche Hintergründe. Das Kalkül: Wenn User Videos kommentieren und Freunde einladen, erhöht das die Nutzungsdauer der Hulu-Mitglieder. Was die Seite wiederum für Werbekunden attraktiver machen könnte. Laut dem US-Marktforschungsunternehmen Comscore wurden allein im Januar 2009 250 Millionen Videos auf Hulu angeschaut. Zum Vergleich: Als Comsore für Mai 2008 zum ersten Mal die Videoabrufe des TV-Dienstes zählte, waren es nur 88 Millionen gestreamte Videos.

Hulu ist vor einem Jahr in Konkurrenz zu iTunes, YouTube, Tauschbörsen und anderen Web TV-Diensten wie Joost gestartet. Der Reiz des Videoportals liegt in den kostenlosen TV-Serien und Kinofilmen. Hulu ist hierfür Kooperationen mit den TV-Rechteinhabern eingegangen. Im netzwelt-Test von 2008 hat der TV-Dienst gut abgeschnitten. Schade: Hulu steht ausschließlich US-Bürgern zur Verfügung - deutschen Zuschauern verweigert das Videoportal seinen Dienst. Mit der Einrichtung eines virtuellen privaten Netzwerkes können allerdings auch Nutzer hierzulande auf die Clips zugreifen.

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