Verhaltenskodex für VZ-Seiten, Lokalisten und Wer-kennt-wen
Soziale Netzwerke: Mehr Schutz für Daten und Jugendliche
Die drei größten deutschen Betreiber von sozialen Netzwerken im Internet unterzeichneten einen gemeinsamen Verhaltenskodex. Durch die beschlossenen Maßnahmen soll der Jugendschutz, der Datenschutz und der Verbraucherschutz in den deutschen Angeboten "schuelerVZ, "studiVZ", "meinVZ", "lokalisten" und "wer-kennt-wen" verbessert werden.
Die Betreiber der genannten sozialen Netzwerke, oder "Social Communities" im Englischen, verpflichten sich, vor allem junge Nutzer durch technische Maßnahmen vor Missbrauchshandlungen wie zum Beispiel der Internetvariante des Mobbings, dem "Cyberbullying", zu schützen. Durch eine verstärkte Aufklärung von Minderjährigen, Eltern und Pädagogen soll zudem auf bestehende Schutzmöglichkeiten hingewiesen werden.
Zu den Mechanismen, mit denen die Unternehmen Heranwachsende schützen wollen, gehört ein "deutlich sichtbarer Hinweis zum Schutz der Privatsphäre auf Informationsseiten direkt nach dem Registrierungsprozess". Bleibt zu hoffen, dass viele die Hinweise ernst nehmen. Die mehreren Millionen schon registrierten Mitglieder der Netzwerke erreicht dieser Hinweis allerdings nicht mehr.
Automatischer Schutz der Privatsphäre von Minderjährigen
Für Nutzer, die sich bei der Anmeldung als unter 14 Jahre zu erkennen geben, sollen standardmäßig strenge Privatsphäreneinstellungen gelten. Jeder Nutzer soll die Auffindbarkeit der Profile durch Suchmaschinen sperren können. Nutzer, die jünger als 16 Jahre sind, sollen überhaupt nicht durch externe Suchmaschinen gefunden werden können.
Mit einer so genannten Blacklist soll jeder Nutzer bestimmen können, welche anderen Mitglieder er von der Community-internen Kommunikation zu sich selbst ausschließt. Zudem sollen regelwidriges Verhalten und rechtswidrige Inhalte über eine "prominent platzierte Funktion" gemeldet werden können.
Freiwilliges Engagement nach Druck von außen
In einer Pressemitteilung des federführenden Vereins "Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter" (FSM) heißt es, der Verhaltenskodex sei "Ausdruck des gesamtgesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins und freiwilligen Engagements der Unternehmen." Dass für dieses "freiwillige Engagement" erst massive Kritik von Datenschützern und Politikern nötig war, bleibt unerwähnt.
Die drei beteiligten Unternehmen haben versprochen, die neuen Maßnahmen bis spätestens Ende Juli 2009 in ihre Netzwerke zu integrieren. Damit wollen sie Branchenstandards setzen und die Betreiber von anderen Netzwerken dazu animieren, ebenfalls den Verhaltenskodex zu unterzeichnen.
