Über zwei Millionen Deutsche wollen 2009 digitale Bücher kaufen
Jetzt geht's los: E-Books für alle
Pünktlich zur Leipziger Buchmesse soll in Deutschland das Zeitalter der Bücher in elektronischer Form, so genannter E-Books, beginnen. Der Buchgroßhändler Libri beginnt den Vertrieb des Sony PRS-505, dabei handelt es sich um das erste elektronische Lesegerät für E-Books in Deutschland. Passend dazu kommt die Umfrage des IT-Lobby-Verbands Bitkom, dass über zwei Millionen Deutsche noch im Jahr 2009 ein E-Book kaufen wollen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Lobby-Verband sieht großes Interesse an E-Books
- 2E-Books in Deutschland erst am Anfang
- 3Bereits tausende E-Books verfügbar - Zahl dürfte schnell zunehmen
E-Books geistern schon seit längerem durch die Medien. Doch ein passendes Lesegerät fehlte bisher. PDF-Dateien auf dem PC oder Netbook sind nicht mit einem Buch zu vergleichen. Anders sieht es mit den speziellen Lesegeräten wie dem "Portable Reader System" PRS-505 von Sony aus. Sie lassen sich ähnlich wie ein Buch benutzen und könnten für eine entsprechende Nachfrage nach Büchern in elektronischer Form sorgen.
Trotz starker Konkurrenz von anderen Medien wie dem Internet oder Hörbüchern kauften die Deutschen laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels im Jahr 2007 gedruckte Bücher im Wert von 9,6 Milliarden Euro. Das waren sogar 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Lobby-Verband sieht großes Interesse an E-Books
Der IT-Lobby-Verband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) ist bezüglich der neuen Lesegerät-Technik nicht ganz zu unrecht optimistisch. Denn seine aktuelle Studie, durchgeführt vom Meinungsinstitut Forsa, zeigt: 2,2 Millionen Deutsche wollten noch in diesem Jahr ein E-Book kaufen. Ob das auch bedeutet, dass über zwei Millionen Menschen ein Lesegerät für die elektronischen Bücher kaufen, lässt die Umfrage offen. In den USA oder Asien sind die Hersteller mit den Verkaufszahlen zufrieden. Die dortigen Geräte können sogar schon direkt online Bücher laden.
Digitale Bücher vereinen die Stärken des Buchs mit den Vorzügen der digitalen Welt. In digitalen Lesegeräten wie Sonys PRS-505 können Hunderte von Büchern digital abgespeichert und bequem im Bett oder Zug gelesen werden.
E-Books in Deutschland erst am Anfang
Eines ist dennoch klar: Der E-Book-Markt steht in Deutschland erst am Anfang. Das gilt auch für die E-Newspaper, die Zeitung, die bald schon digital ins Haus kommen könnte. Geradezu erschütternd ist, dass zahlreiche deutsche Buchverlage das Thema E-Book bislang auf die grüne Wiese geschoben haben. Eine Anfrage von netzwelt.de beim großen deutschen Buchverlag Suhrkamp erbrachte: Es steht noch kein einziges E-Book im Sortiment.
Bereits tausende E-Books verfügbar - Zahl dürfte schnell zunehmen
Buchgroßhändler Libri bietet aber über seinen Onlineshop zum Verkaufsstart des Sony PRS-505 tausende E-Books von renommierten Verlagen wie C. Bertelsmann, Goldmann, Heyne, Siedler, Eichborn, Hoffmann und Campe, Hanser, Lübbe, Campus sowie DTV und Beltz an. Das Angebot dürfte schnell wachsen, denn die Formatierung eines existierenden Buchs in ein für die Lesegeräte passendes Dateiformat dürfte kein großer Aufwand sein.
Ein besonders großes Potenzial erwarten Experten im Bereich der Sachbücher. Denn hier geht es weniger um das Lese-Erlebnis als um eine Fülle zahlreicher, in Papierform nur schwer auffindbarer Fakten und Studienergebnisse. Viele Fachtitel erscheinen in sehr kleiner Auflage, was die Preise in die Höhe treibt. Auch der Horror für jeden Wissenschaftler, die Recherche nach brauchbaren Zitaten, wäre erheblich vereinfacht, sofern das benutzte Lesegerät eine Suchfunktion bietet.
