Mehr als nur E-Books: Sony PRS-505 im Test
Platz sparen mit wenig Speicherplatz
Der Sony PRS-505 spart zwar Platz, aber kein Geld. Die auf ihm gespeicherten E-Books füllen zwar keine Regale mehr, kosten derzeit aber genauso viel wie ihre gedruckten Gegenstücke. Dies könnte sich noch ändern, da die Frage nach der Gültigkeit der Buchpreisbindung für elektronische Schriftstücke noch strittig ist.
Der mit 192 Megabyte sehr kleine interne Speicher des Lesegeräts soll Platz für 160 Bücher bieten. Die Speicherkapazität kann man mit Speicherkarten vom Typ SD oder MemoryStick erweitern. Text-, Bild- und Musikdateien von diesen Datenträgern sortiert der PRS-505 automatisch in den passenden Ordner ein.
Je nach Größe des Dokuments kann die Ladezeit sehr lang sein. Für das Öffnen eines PDF-Dokuments mit einer Größe von 65 Megabyte braucht der Sony PRS-505 etwa 20 Sekunden.
Hintergrundmusik und Diashow
Der Sony PRS-505 zeigt aber nicht nur Text-Dokumente an. Das kleine Lesegerät gibt auch Bilder der Formate JPG, BMP, PNG und GIF klar und deutlich wieder - dies allerdings nur in Graustufen. Sogar eine Diashow kann der PRS-505 abspielen.

Sony PRS-505: Fotos zeigt das Lesegerät für elektronische Dokumente in Graustufen an.
Um die passende Hintergrundmusik zu Ihrem aktuellen Schmöker brauchen sich Leseratten keine Sorgen zu machen. Der Sony PRS-505 spielt sowohl MP3- als auch AAC-Dateien ab, sofern sie nicht mit einem DRM-Kopierschutz versehen sind. Mangels Lautsprechern erfolgt die Ausgabe der Audiosignale ausschließlich über den Kopfhöreranschluss. Die Klangqualität ist klar und deutlich. Sie bewegt sich im Bereich von Sony MP3-Playern aus dem Mittelklassensegment.
Vertrieb über den Buchhandel
Sony hat sich für sein Lesegerät einen passenden Vertriebspartner gesucht. Der Buchgroßhändler Libri vertreibt den PRS-505 nicht nur über seine Homepage, sondern auch über mehr als 450 angeschlossene Buchhandlungen wie zum Beispiel die Thalia-Kette. Wie bestellte Bücher soll das 299 Euro teure Gerät in der Regel einen Tag nach der Bestellung beim Buchhändler ankommen. Vor allem in größeren Buchhandlungen sollen zudem Ansichtsexemplare vorhanden sein.
Sony PRS-505
Steckplätze für SD-Karten und MemorySticks sowie der Ein- und Ausschalter.
Zifferntasten für die direkte Anwahl sowie weitere Tasten zum Blättern.
Zubehör für mehr Komfort
Ein Ladegerät liegt dem Sony PRS-505 nicht bei. Der USB-Anschluss eines Computers oder Laptops ist die Stromquelle der ersten Wahl. Unser Testgerät war bereits nach 2,5 Stunden komplett aufgeladen, dabei sollen es laut dem Hersteller bei Verwendung des USB-Kabels vier Stunden sein.
Ein Ladegerät ist aber für den Sony PRS-505 erhältlich. Zusammen mit anderem Zubehör wie einem Anklemmlicht oder Schutzfolien bietet Libri ihn im seinem Online-Shop an. Das Ladegerät ist mit 29,99 Euro nicht gerade günstig. Die Lampe für Lesespaß unter der Bettdecke kostet 19,99 Euro.
Ein Blick in die Zukunft - Andere Lesegeräte
Sony leistet mit dem elektronischen Lesegerät PRS-505 Pionierarbeit - zumindest in Deutschland. In anderen Ländern, vor allem den USA und Japan, sind ähnliche Geräte schon länger erhältlich. Betrachtet man ihre Ausstattungsmerkmale fällt auf, was dem Sony PRS-505 fehlt.
Er besitzt keinen Netzzugang. Anders als zum Beispiel der Kindle von Amazon kann sich der Sony PRS-505 keine elektronischen Bücher direkt aus dem Internet laden. Der Zwischenschritt über einen Computer ist nötig. Der von dem gleichnamigen Berliner Unternehmen angekündigte Txtr Reader soll ab Ende 2009 ebenfalls per Mobilfunknetz auf die Inhalte der Textcommunity txtr.com zugreifen können.

Auf dem 290 Gramm schweren "Kindle 2" von Amazon finden 1.500 Bücher Platz.
Der Kindle hat dem Sony PRS-505 weitere Funktionen voraus. Er verfügt über eine Tastatur für das Erstellen von Notizen und kann Texte auch vorlesen. Kopfhörer sind nicht nötig, weil Amazon den Kindle mit Lautsprechern ausstattet. Das Lesegerät ist größer als der PRS-505 kostet aber, wenn man den US-Preis von 359 Dollar umrechnet, ähnlich viel wie das Gerät von Sony.
Kein KO-Kriterium für das Lesen von Büchern, aber technisch schon möglich sind E-Ink-Bildschirme mit Farben und nicht nur Graustufen. Vor allem Leser von Fachliteratur oder Nachschlagewerken dürften beim Sony PRS-505 eine Suchfunktion vermissen - Romanliebhaber dagegen nicht.
Fazit: Konkurrenz belebt das Geschäft
Wer viel unterwegs ist und dabei auch noch gerne Bücher und andere Dokumente liest, gehört nicht nur zur Zielgruppe von Sony und Libri, sondern kann auch ruhig zum Sony PRS-505 greifen. Zwei Einschränkungen gibt es für den Erstling allerdings. Zum einen ist er mit 299 Euro nicht günstig. Zweitens fehlen einige praktische Funktionen, die andere Geräte schon bieten. Diese sind allerdings für Deutschland bisher frühestens für Ende 2009 angekündigt. Geduld könnte also mit einem günstigeren Gerät mit besserer Ausstattung belohnt werden.

Links zum Thema
- Sony PRS-505
- Libri
- Weitere elektronische Lesegeräte für E-Books
- Amazon Kindle 2: Neuauflage des E-Book-Lesegeräts
