Neue Top-Level-Domains bergen viele Probleme für die ICANN

.catholic: Vatikan gegen religös geprägte Domains

.catholic: Vatikan gegen religös geprägte Domains Der Vatikan bringt Bedenken gegen religös geprägte Internet-Domains vor. Er empfahl der zuständigen Verwaltungsorganisation "Internet Corporation for Assigned Names and Numbers" (ICANN) auf generische Top-Level-Domains (gTLD) wie ".catholic", ".islam" oder ".buddhist" zu verzichten.

Zur Begründung hieß es in einem Brief an ICANN-Chef Paul Twomey, solche Domains könnten zu bitteren Streitigkeiten zwischen theologischen und religiösen Traditionen führen. Die ICANN traf sich in der vergangenen Woche in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko City zum 34. Mal, um unter anderem die Vergabe neuer Adress-Endungen zu besprechen.

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Religöse Domains bergen viele Konflikte

Die Internet-Organisation könne im Fall religiöser Domains genötigt sein, ihre "weise Politik der Neutralität" aufzugeben, schrieb laut der katholischen Presseagentur Österreich der Vertreter des Heiligen Stuhls im ICANN-Regierungsbeirat, Carlo Maria Polvani. Dies sei etwa dann der Fall, wenn das Gremium über den Anspruch von Antragstellern entscheiden müsse, eine bestimmte religiöse Tradition zu vertreten.

Der Vatikan erinnerte an die Leitlinien des ICANN-Regierungsbeirats, die eine Sensibilität gegenüber nationalen, kulturellen, geografischen und religiösen Belangen vorsieht. ICANN-Präsident Twomey verwies in seiner Antwort auf ein grundsätzliches Widerspruchsrecht betroffener Gemeinschaften gegen neue generische Top-Level-Domains. Die Organisation wolle jedoch die geäußerten Bedenken gemeinsam mit dem Vatikan erörtern.

Probleme mit neuen Domainendungen

Ursprünglich hatte die ICANN geplant im Frühjahr 2009 neue gTLDs einzuführen. Die erste Bewerbungsrunde findet laut ICANN-Präsident Twomey nicht vor Dezember 2009 statt. Bei der Einführung von Domains wie .berlin, .bmw oder .eco gebe es noch diverse Probleme. Diese liegen laut Twomey vor allem in Bereichen des Markenschutzes, der Sicherheit und Stabilität, des möglichen Missbrauchs sowie der möglichen Nachfrage in der derzeitigen wirtschaftlichen Gesamtlage.

Die private Organisation ICANN wird vom US-Handelsministerium beaufsichtigt und koordiniert bestimmte technischen Aspekte des Internetbetriebs. Die Regierungen der Welt - wie auch die des Vatikans - können beratend Anregungen und Vorschläge liefern, haben jedoch keine Entscheidungsgewalt.

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