CeBIT: Wie Intel die Welt mit Atom-Prozessoren vernetzen will
Strom sparen nicht nur für die Umwelt
Industrie-Computer von Siemens in einer Windkraftanlage auf dem Meer müssen ganz andere Eigenschaften aufweisen als der Rechner eines Grafikers oder eines Computerspielers. Vor allem bei mobilen Geräten lohne sich der Verzicht auf Leistung zugunsten eines geringeren Stromverbrauchs.
Davon sollen in Zukunft auch Seeleute profitieren. Auf der CeBIT in Hannover zeigt Martin Strobel ein Gerät der Hamburger Firma Becker Marine Systems Communication oder genauer gesagt deren Tochterunternehmen "Universal Marine Communication" (UMC). Bei dem Gerät handelt es sich um Intels Schüler-Laptop Classmate PC. Nur dass dieser von Matrosen und Offizieren auf den Weltmeeren und in Häfen genutzt werden soll.
Weltweiter Netzzugang für Seeleute
Über das System von UMC könnten Seeleute sowohl über Satellit als auch über UMTS oder WLAN online gehen. Dabei wählt UMC immer die günstigste verfügbare Verbindung aus. Mit ihren eigenen Computern können die Matrosen von überall auf der Welt zum Beispiel E-Mails schreiben oder mit der Familie telefonieren. Die integrierte Webcam liefert die Bilder dazu. Bisher steht die Technik jedoch nur auf den Brücken der Schiffe und nicht zur privaten Nutzung zur Verfügung. Dies soll mit den kleinen Laptops anders werden.
Chip-Hersteller Intel sieht die Zukunft laut Martin Strobel in so genannten SoCs mit x86-Architektur. Die Abkürzung steht für System-On-a-Chip beziehungsweise Ein-Chip-Systemen auf Deutsch. Bei ihnen befinden sich neben dem Prozessor auch noch möglichst viele weitere Bauteile wie Grafikkerne, Speicher oder Schnittstellen auf einem Chip - sozusagen ein kompletter Computer auf kleinstem Raum.
Ein ganzer Rechner auf einem kleinen Chip
Diese SoCs könnten zum Beispiel die Vereinigung von Computer und Fernseher weiter voran treiben und das Internet auch auf TV-Bildschirmen zum Alltag werden lassen. Denkbar sind aber auch Kassensysteme mit niedrigem Stromverbrauch für Geschäfte wie die gemeinsam von Intel und "Frog Design" entworfene RFID-Kassen namens "Register".
Intels Vorhaben ist ehrgeizig. Nicht nur PCs, Laptops oder Handys sollen über das Internet miteinander verbunden sein. Auch Fernseher, Autos und Industrieanlagen sollen Zugriff auf das weltweite Datennetz bekommen. Geht es nach Intel, sind seine Chips die beste Technik dafür. Konkurrenten wie VIA oder AMD arbeiten aber schon daran, Intel diesen Bereich nicht alleine zu überlassen.
Links zum Thema
- Wachendorff Elektronik
- Intel
- Universal Marine Communication
- Intel Atom Z5xx
- Register: Kasse von Intel und Frog Design
- Frog Design
- Fujitsu Siemens
