BITKOM-Studie zur CeBIT zeigt: Ein Leben ohne Netz ist kaum denkbar

Internet versus Lebenspartner: Eins zu Null

Internet versus Lebenspartner: Eins zu Null 55 Prozent der Deutschen können sich ein Leben ohne das Internet nicht mehr vorstellen - das ist das Ergebnis einer Studie, die der Hightech-Verband BITKOM anlässlich der CeBIT in Auftrag gegeben hat. Vor allem für jüngere Menschen unter 30 Jahren hat ein Web-Zugang einen hohen Stellenwert: "Die Unter-30-Jährigen würden eher auf das Auto oder ihren aktuellen Lebenspartner verzichten als auf Internet oder Handy", sagte BITKOM-Präsident Dr. August-Wilhelm Scheer bei der Vorstellung der Studie am heutigen Montag, den 2. März zur Eröffnung der Computer-Messe CeBIT in Hannover.

Im Rahmen des diesjährigen CeBIT-Leitthemas "Webciety", eine Verschmelzung der englischen Wörter Web und Society (Internet und Gesellschaft), nahmen 1.000 Deutsche ab 14 Jahren an der repräsentativen Umfrage teil.

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"Das Web ist kein anonymes Medium, das zu sozialer Kälte führt"

Der Durchschnittsdeutsche surft demnach täglich etwa zweieinhalb Stunden im Netz. Trotzdem will Scheer das Internet nicht als Grund für die Vereinsamung von Menschen sehen: "Unsere Studie zeigt: Das Web ist kein anonymes Medium, das zu sozialer Kälte führt." Den Studienergebnissen zufolge finde jeder zweite Nutzer von Internet-Plattformen wie Foren und Communitys dort neue Freunde. Jeder sechste lerne über das Netz Geschäftspartner kennen. Und acht Prozent würden sogar ihren Lebenspartner über die Datenautobahn kennenlernen. "Das Web stiftet reale Beziehungen und führt eben nicht zu Autismus und Entmenschlichung, es ist ein soziales Medium par excellence", so Scheer.

Die Studienergebnisse zeigen zudem die breiten Anwendungsmöglichkeiten des Internets. So berichten 61 Prozent der befragten Surfer, dass sie ihre Allgemeinbildung mit Hilfe des Netzes verbessert hätten. Und jeder zweite hat durch intensive Preisvergleiche in Online-Suchmaschinen beim Einkaufen Geld gespart.

"Die Grenze zwischen Job und Freizeit ist bereits gefallen"

Das Internet ist längst omnipräsent und nahezu ständig auf verschiedenen Endgeräten verfügbar. Davon profitieren auch die Arbeitgeber. 65 Prozent der berufstätigen Internetanwender nutzen das Web in der Freizeit auch beruflich. Gleichzeitig nutzen aber auch 49 Prozent am Arbeitsplatz das Internet für private Angelegenheiten. Mit den Worten: "Die Grenze zwischen Job und Privatleben ist bereits gefallen", greift Scheer eine weitere Kernaussage der Studie heraus und appelliert an Unternehmen, "diese Verschmelzung zu erkennen und in ihrer Unternehmenskultur umzusetzen". Interne Regelungen für die Erreichbarkeit nach Büroschluss und die private Internetnutzung am Arbeitsplatz seien notwendig.

Nach BITKOM-Angaben verfügen derzeit 64 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren über einen häuslichen Internetanschluss. Auffällig ist nach wie vor die "digitale Kluft" zwischen älteren und jüngeren Menschen: Mit 84 Prozent sind die Deutschen bis 49 Jahre gut vernetzt. Die Generation 50+ hinkt diesem Trend mit 40 Prozent Webzugang leider deutlich hinterher. "Wir müssen alle Altergruppen auf Augenhöhe bringen", sagte Speer daher zum Abschluss der Pressekonferenz.

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