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Verkehrte Netzwelt: Der 1-Euro-Computer

Verkehrte Netzwelt: Der 1-Euro-Computer Billig klickt gut. Eine Woche geisterte die Meldung über einen Computer für zehn Dollar aus Indien durch die Medien und Blogs. Der niedrige Preis für die Technik machte neugierig. Schließlich gibt es ja schon länger einen 100-Dollar-Laptop und zehn Dollar sind umgerechnet sogar nur acht Euro. Doch nach wenigen Tagen dürfte allen klar sein, dass der Geiz-PC ein Wunsch bleibt.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Bildungsportal statt Billig-Computer
  2. 2Europäische Medien verpassen Vorstellung des Wundergeräts
  3. 310 Dollar reichen nicht für einen Computer

Aber von Anfang an. Am 29. Januar 2009 meldete die Webseite livemint.com, die zum renommierten "Wall Street Journal" gehört, dass ein Computer für zehn Dollar in den nächsten sechs Monaten verfügbar sein solle. Wie schon der 100-Dollar-Laptop der Initiative "One Laptop per Child" (OLPC) solle auch der Billig-Rechner aus Indien Schüler beim Lernen unterstützen. Diese Meldung griff auch netzwelt auf.

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Bildungsportal statt Billig-Computer

Doch schon wenige Tage später, am 4. Februar um genau zu sein, verflog die Euphorie wieder. Einige Journalisten erinnerten sich an eine Meldung von vor einem halben Jahr. Schon damals war von einem Bildungscomputer für zehn Dollar die Rede. Die indische Regierung dementierte damals aber zügig, in einem amtlichen Dokument war eine Null vergessen worden. Es ging darum, Schüler mit Computern für unter 100 Dollar auszustatten.

Einen Tag zuvor, am 3. Februar, sollte zudem der indische Bildungsminister Arjun Singh den günstigen Wunder-PC vorstellen. Doch erste Nachrichten von der Zeremonie an der Sri Venkateswara Universität in der Tempelstadt Tirupati meldeten nur die Vorstellung des Bildungsportals Sakshat. Damit steht schon einmal das Angebot, auf das Indiens Schüler mit ihrem Sparrechner zugreifen sollen.

Europäische Medien verpassen Vorstellung des Wundergeräts

Nur wenige europäische Medien erreichte die Meldung indischer Zeitungen, dass der Minister für höhere Bildung R.P. Agrawal doch den 10-Dollar-Laptop vorstellte. Nur dass es sich bei diesem nicht um ein Notebook vom Schlage des XO von OLPC handelt, sondern um einen kleinen Desktop-Rechner. Seine Hauptaufgabe ist es Schülern den Zugang zu Sakshat zu ermöglichen.

Ohne Zubehör soll das Gerät zwischen 20 und 30 Dollar kosten. Die Zeitung "The Hindu" zitiert den Minister mit den Worten, dass der anvisierte Preis von 10 Dollar nicht zu realisieren sei. Durch das nötige Zubehör wie Monitor, Maus und Tastatur verdoppeln sich die Kosten für die Schüler und ihre Eltern, beziehungsweise den indischen Staat.

10 Dollar reichen nicht für einen Computer

Auch wenn die Kosten mehr als zehn Dollar betragen, hält die indische Regierung an ihren Plänen für die Online-Bildung der Schüler des Subkontinents fest. Deutsche Verbraucher werden in absehbarer Zeit keinen Computer für 10 Euro kaufen können. Nimmt man das Gerät aus Indien als Beispiel, dürfte die technische Austattung europäischen Käufern auch nicht genügen. Denn viel mehr als das Bildungsportal Sakshat besuchen kann man mit dem Gerät nicht.

Übrigens, den 1-Euro-Computer aus der Überschrift gibt es wirklich: Mobilfunkanbieter verkaufen Netbooks wie Handys schon ab einen Euro. Dieser Kaufpreis gilt aber nur bei Abschluss eines Vertrags durch den weiteren Kosten entstehen. Schon vor der Finanzkrise hatten Computerhersteller nichts zu verschenken.

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