Weitere Informationen zum günstigen Bildungscomputer aus Indien
Sakshat: Bildungsportal für den 10-Dollar-PC aus Indien
Die Meldung über indische Pläne für einen Bildungslaptop, der nur 10 Dollar kostet, erregte große Aufmerksamkeit. Bei einer Zeremonie am vergangenen Dienstag an der Sri Venkateswara Universität in der Tempelstadt Tirupati eröffnete der indische Bildungsminister Arjun Singh das E-Learning-Portal mit dem Namen Sakshat. Die angekündigte Vorstellung eines "Ultra-Low-Cost-Computing"-Geräts im Rahmen der Veranstaltung fiel aus. Trotzdem wurden weitere Details zum günstigen Gerät bekannt.
Die ursprüngliche Meldung eines 10-Dollar-PCs ist so nicht mehr haltbar. Der in den Medien genannte Preis von zehn Dollar, umgerechnet etwa acht Euro, sei die Folge eines Missverständnisses, hieß es aus Indien. Vielmehr habe die Regierung in einem "Mission Document" zu einem nationalen Bildungsplan festgehalten, dass es nicht zu finanzieren sei, 500 Millionen Menschen mit einem Laptop für 100 Dollar auszustatten. Anders sei dies, wenn der Gerätepreis 10 Dollar betrage. Dann ließe sich die Investition sogar von den Bürgern selbst tragen.
10 Dollar sind nur ein Ziel
Der unglaublich günstige Preis von 10 Dollar ist also kein Fakt, sondern nur ein Ziel. Mit solchen ehrenhaften Zielen scheiterte bisher auch die Initiative "One Laptop per Child" (OLPC), die Kinder in armen Ländern mit Bildungslaptops für 100 Dollar ausstatten wollte und doch bei einem Preis von 188 Dollar die unterste Preisgrenze erreichte. Die zweite Auflage des OLPC-Notebooks soll sogar nur 75 Dollar kosten.
Der Preis von 10 Dollar muss sich ebenfalls nicht mit den Produktionskosten decken. Die indische Regierung könnte Mittel aus ihrem Bildungshaushalt nutzen, um ein günstiges Gerät für den Zugang zum Sakshat-Bildungsportal zu subventionieren, um den Endpreis von 10 Dollar zu erreichen. Entgegen den ersten Meldungen muss es sich bei dem "Ultra-Low-Cost-Computing"-Gerät nicht zwangsläufig um einen Laptop handeln. Denkbar sind auch stationäre Computer.
Entwicklung und Produktion in Indien
Bereits im Juli 2008 war ein solcher Billigstcomputer auf der Konferenz eIndia2008 angekündigt worden. Das "India Institute of Technology" in Madras (IIT Madras) und das "Indian Institute of Science" Bangalore (IIS Bangalore) sind mit der Entwicklung des Geräts beauftragt. Indien dürfte ein großes Interesse daran haben, möglichst viele Komponenten des Bildungscomputers im eigenen Land zu fertigen und nicht aus Taiwan, dem weltweit größten Produzenten von Notebooks, zu beziehen.
Bei der Vorstellung des Bildungsportals Sakshat bestätigte das Bildungsministerium nun schon vorher bekannt gewordene Details wie den zwei Gigabyte großen Speicher und die WLAN-Funktionalität. Das Gerät solle in sechs Monaten erhältlich sein.

Sagen Sie Ihre Meinung!