Merkel diskutiert mit Wirtschafts- und Verbandsspitzen über den Internetausbau
DSL für alle: Kanzlerin fordert zügige Umsetzung
Bundeskanzlerin Merkel will sich am morgigen Dienstag für den Ausbau des Internet-Breitbandanschlusses stark machen. Das berichtet die Welt in ihrer heutigen Montags-Ausgabe. Dazu hat die Kanzlerin Wirtschafts- und Verbandsvertreter zu sich eingeladen. Mit ihnen will sie über das von ihr auf den Weg gebrachte zweite Konjunkturpaket sprechen, in dem unter Punkt sechs die Internet-Versorgung aller Haushalte bis 2018 beschrieben steht: Versprochene 50 Megabit pro Sekunde sollen dann jedem Haushalt zur Verfügung stehen.
Neben Telekom-Chef René Obermann werden auch Vodafone-Chef Fritz Joussen und die Spitzen von Bitkom und des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) an den Gesprächen mit der Kanzlerin teilnehmen. Ersten Schätzungen zufolge werden für das Unternehmen "Breitband für alle" 50 Millionen Euro benötigt. Gegenüber der Welt spricht Johannes Pruchnow, Deutschlandchef von Telefónica, von einem "sehr ambitionierten" Projekt. Andere Experten nehmen kein Blatt vor den Mund und sprechen, hinsichtlich der hohen Kosten, von nicht realisierbaren Zielen.
75 Prozent DSL-Abdeckung bis 2014
Diese besagen, dass bis spätestens 2010 die noch nicht versorgten Gebiete in Deutschland mit Breitbandanschlüssen abgedeckt sein sollen. Schon 2014 will die Kanzlerin 75 Prozent der Haushalte versorgt wissen. Dabei ist der Begriff Breitbandanschluss noch nicht einmal klar definiert. Geht die Internationale Fernmeldeunion von einer Datenübertragungsrate über 2048 Kilobit pro Sekunde aus, spricht die Deutsche Regierung von einem Mebabit pro Sekunde. Bei diesen kleinen Zahlen wirken die geforderten 50 Megabit schon fast utopisch.
Die Telekomgesellschaften haben es bisher auch noch nicht geschafft, sich vor diesem Gipfeltreffen auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen. Zu sehr zerstritten ist die Konkurrenz untereinander. "Die Telekom sieht das Konjunkturpaket als Chance an, sich strategische Vorteile im Markt zu verschaffen", schimpft Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM. Er spricht damit die monatliche Miete für die Leitungen an, die an die Telekom abgeführt werden muss, wenn Mitbewerber ihre eigenen Anschlüsse verkaufen wollen. Um ein Fünftel will die Telekom die Preise erhöhen.
"Wer gräbt, verliert"
Einigkeit herrscht bei der Netzabdeckung im Allgemein: Ohne Funk sei eine flächendeckende Lösung nicht möglich. Das so genannte "Bauern-DSL" steht gerade für den Ausbau in ländlichen Räumen und soll die Kosten im Erträglichen halten. Die Branche spricht dabei von: "Wer gräbt, verliert". Der Haken dabei ist, dass die benötigten Frequenzen zurzeit ausschließlich von den Rundfunkanstalten genutzt werden. Der Bundesrat soll nun den Wünschen der Wirtschaft zustimmen, um die Frequenzen auch für die Internetübertragung frei zu machen.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 3 Beiträge
Soviel ich weiss,gab es in der Schweiz eine Vorschrift wonach auf dem gesamten Gebiet der Eidgenossen ADSL verfügbar sein muss.Ein nicht einfaches und billiges Unterfangen. Bei uns regiert mal wieder...
Die reinste Freakshow in Berlin ...
Merkel <3 Endlich mal was tolles!^^