Hilfe von ganz weit oben
Satelliten-Aufnahme: Polizei entdeckt Drogen-Anbau via Google Earth
Durch die Satellitenaufnahmen von Google Earth kam die Schweizer Polizei einem Drogendealer-Ring auf die Spur. Bei Recherchen mit dem Google-Dienst fiel den Ermittlern eine im Maisfeld versteckte Grünfläche auf. Bei näherem Betrachten waren sich alle Beteiligten einig: Es handelt sich dabei um eine 150 × 50 Meter große Hanf-Plantage.
Das Feld sei nur aufgefallen, weil sich Beamte Höfe von zwei verdächtigen Thurgauer Landwirten in Google Earth genauer anschauten. Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, dass die Männer zwischen 1,5 bis zwei Tonnen Haschisch sowie 3,5 bis fünf Tonnen Marihuana verkauft haben sollen. Ein Großteil stammte vermutlich aus dem Thurgau. Haschisch beschreibt das aus den Blüten der weiblichen Cannabispflanze gewonnene Harz. Dieses wird dann später zu Platten verarbeitet. Als Marihuana bezeichnet man dagegen die getrockneten, harzhaltigen weiblichen Blütenstände samt Blättern der Hanfpflanze.
1,1 Tonnen Haschisch in der Scheune
Die Plantage sei so gut versteckt gewesen, dass sie nur aus der Luft zu entdecken gewesen sei. Zudem war sie gegen ungebetene Einblicke von der Seite mit Pflanzen und Bäumen geschützt. Die Bauern wurden nun wegen illegalem Drogenbesitz und -handel angeklagt. Laut Anklageschrift gehören die beiden Landwirte zu einer 16-köpfigen Bande, die mehrere Millionen Franken umgesetzt haben soll.
Von 2004 bis Anfang 2008 sind die Aktivitäten der Bande aktenkundig und sogar länderübergreifend bearbeitet worden. Dass es der Bande nicht nur um Drogen ging, zeigen die Nebenfunde auf den Höfen der beiden Bauern. Neben sichergestellten 1,1 Tonnen Haschisch, welches neben der Plantage selbst zwischenlagerte, fand die Landespolizei auch noch 369.000 Euro in bar sowie Fahrzeuge und Uhren im Wert von ungefähr 185.000 Euro.
20 Jahre dank Google
Dass die Landwirte etwas von Pflanzenanbau verstehen, zeigten nun die ersten Analysen der Drogen. Das in einer Scheune gefundene Marihuana hat einen THC-Gehalt von zehn Prozent, was ein hoher Wert für Hanf im Freilandanbau und in dieser Region darstellt. Den Angeklagten droht nun eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren.
Auch die Polizei von Hamburg nutzt den Dienst Google Earth. Ein Sprecher erläuterte gegenüber netzwelt: "Jedes legales Mittel muss ausgeschöpft werden, um die Kriminalität einzudämmen. Dazu gehört auch das Arbeiten mit den Google-Diensten".
