Insgesamt sind vier Festplatten-Serien betroffen
Firmware-Problem: Seagate-Festplatten fallen reihenweise aus
In den größten Technikforen des Internets mehrten sich seit einigen Wochen Berichte über defekte Seagate-Festplatten. Vorerst ging man nur davon aus, dass die 7200.11 Serie betroffen ist. Hier vor allem das Terabyte-Modell mit der Firmware SD15, aber auch andere Festplatten sind vor einem plötzlichen Ausfall nicht verschont.

Der Ausfall der Festplatten geschieht ohne Vorwarnung. Bei einem Neustart kann es vorkommen, dass die Festplatte nicht mehr erkannt oder mit null Gigabyte angezeigt wird. Mysteriös dabei ist, dass die Festplatten nach wie vor normal anlaufen und nichts auf einen Hardwaredefekt hinweist. Das verwendete Betriebssystem und die Hardware haben keinen Einfluss auf die Beschädigung und es sind ausnahmslos alle Plattformen betroffen.
Die professionelle Datenrettungsfirma Salvationdata fand heraus, dass es sich um ein Firmware-Problem handeln muss. Die Daten sind unbeschädigt und zur Gänze erhalten, lassen sich jedoch nur mit professioneller Ausstattung wiederherstellen. Betroffene Festplatten können nicht mittels eines Firmware-Updates gerettet werden. Die Betriebs-Software wird nämlich direkt auf der Festplatte gespeichert und der Zugriff auf diese ist nicht mehr möglich. Unter der Hand soll ein Service-Mitarbeiter verraten haben, dass die Rücklaufquote der 7.200.11-Serie bei 30 bis 40 Prozent liegt.
Stellungnahme von Seagate
Seagate meldete sich nach langem Totschweigen des Problems erst spät zu Wort und das Ausmaß ist größer als zunächst angenommen.
Folgende Festplattenserien können betroffen sein
- Barracuda 7200.11
- DiamondMax 22
- Barracuda ES.2 SATA
- SV35
Mit Hilfe des Programms DriveDetect kann neben der Modellnummer auch die Seriennummer und die verwendete Firmware-Version ausgelesen werden. So lässt sich einfach feststellen, ob die eigene Platte auch von diesem Problem betroffen ist.
Kunden, die eine der betroffenen Festplatten besitzen und noch nicht von dem Ausfall betroffen sind, bekommen nach Angabe der Modell- und Seriennummer an folgende E-Mail-Adresse "discsupport@seagate.com" eine neue Firmware-Version zugeschickt, welche das Problem behebt.
Wenn die Festplatte bereits ausgefallen ist, bekommen betroffene Kunden die Festplatte innerhalb der Garantiezeit von Seagate ersetzt. Wie techreport.com berichtet, bietet Seagate in diesem Fall aus Kulanz auch eine kostenlose Datenrettung an und die Daten werden auf die neue Festplatte übertragen. Wie Seagate verfährt, wenn die Festplatte außerhalb der Garantiezeit von diesem Defekt betroffen ist, bleibt vorerst unklar.

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