Adbusting gegen Britney Spears, Christina Aguielera und Leona Lewis
Link-Wink: Britney, Christina, Leona und Photoshop
Unbekannte überklebten in der Berliner U-Bahn-Station Kaiserdamm ein großes Werbeplakat für die aktuellen Alben von Britney Spears, Christina Aguilera und Leona Lewis teilweise mit Programmfenstern aus dem Bildbearbeitungsprogramm Photoshop. Die Werbefläche sieht aus wie der Monitor eines Grafikdesigners, der gerade an der Werbekampagne arbeitet.
Auf großen Plakatwänden wirbt die Plattenfirma Sony BMG für die aktuellen Alben der Sängerinnen Britney Spears, Christina Aguilera und Leona Lewis. In der Berliner U-Bahn-Station Kaiserdamm haben Unbekannte, die sich als als "(FTW) / Mr. Tailon, Baveux Prod., Kone & Epoxy!" bezeichnen, die Werbebotschaft ergänzt.
Sie klebten Fenster des Bildbearbeitungsprogramms Photoshop auf die Plakatwand. Ihrem Kunstwerk im öffentlichen Raum, das mancher auch als Vandalismus oder Sachbeschädigung bezeichnet, gaben sie den Titel "Don't forget". Damit scheinen sie darauf aufmerksam machen zu wollen, dass die Werbung nicht die Realität zeigt. Die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung demonstriert der Profi-Bildbearbeiter Glenn Ferron auf seiner Homepage.
"Adbusting" ist ein zusammengesetztes Wort aus den englischen Begriffen für Werbung und Zerstören: "advertisement" und "busting". So genannte "Adbuster" verfremden, überkleben oder gestalten Werbung im öffentlichen Raum auf andere Weise um, um ihren Sinn umzudrehen oder sie lächerlich zu machen.
Kritik an der Konsumgesellschaft
"Adbuster" üben Kritik an der Konsumgesellschaft und an den Bildwelten der Werbefotografie, die ihrer Meinung nach eine visuelle Umweltverschmutzung darstellen. Die Bilder der Werbung zeigten nie die Realität, sondern immer eine nachträglich bearbeitete Fantasiewelt. Dies sei besonders fatal, weil es kaum noch Lebensbereiche ohne Werbung gebe.
Nicht nur unerkannte Straßenkünstler bearbeiten Werbemotive. Auch professionelle Organisationen wie Greenpeace bedienen sich des "Adbusting". Die Umweltschutzorganisation schaltet in unregelmäßigen Abständen verfremdete Anzeigen von Markenartikeln, um "so deren Werbelügen zu entlarven."

