Wasserzeichen statt DRM-Kopierschutz?
Apple iTunes: Persönliche Daten in gekauften Songs
Eine Ankündigung mit positivem Medienecho: Am 6. Januar bestätigte Apple, den Kopierschutz DRM aus sämtlichen über iTunes angebotenen Liedern zu entfernen. Doch Songs der Kategorie iTunes Plus bergen ein Geheimnis: In jedem Titel steckt eine Art Wasserzeichen mit persönlichen Daten.
Inhaltsverzeichnis
- 1Unfreiwillige Markierung
- 2Durch Umwandeln zum Ziel?
- 3MP3-Musikportal akuma: "Wasserzeichen-Verzicht hat Vorteile"
Auf der Macworld-Keynote gab Apple bekannt, ab dem 1. April den kompletten Musikkatalog ohne das Digitale Rechte-Management (DRM) anzubieten. Schon jetzt seien etwa 80 Prozent der Lieder DRM-frei, sodass die Dateien beliebig auf tragbare Geräte kopiert oder auf CD gebrannt werden können.
Unfreiwillige Markierung
Apple nennt diese Kategorie iTunes Plus und bietet die Musik ohne Kopierschutz sowie in erhöhter Audioqualität an - auch das nachträgliche Befreien von vormals DRM-geschützten Songs soll gegen Aufpreis möglich sein. Was wie eine gute Entscheidung klingt, besitzt aber einen bitteren Beigeschmack: Nach Angaben von CNet UK speichert Apple die eigenen Account-Informationen als eine Art Wasserzeichen im gekauften Lied:
Neben der E-Mail-Adresse sei hier auch das Kaufdatum zu finden, heißt es. Wer eine entsprechende über iTunes Plus gekaufte Datei besitzt, kann diese - wie auf dem Screenshot zu sehen - in einem Text-Editor öffnen und die Informationen auslesen. Der Grund für eine solche Markierung ist klar: Apple möchte zurückverfolgen können, wer das Lied ursprünglich erworben hat, falls die Datei beispielsweise in Tauschbörsen auftauchen sollte.
Wer solche markierten Lieder nun mit Freunden tauscht oder aber sein Abspielgerät verlegt, verliert gleichzeitig auch die Kontrolle über die Verbreitung der bei iTunes gekauften Titel. Experten befürchten, dass die daraus resultierenden rechtlichen Probleme möglicherweise weitreichender sein könnten als bei DRM-geschützten Songs. Denn dort galt es immer erst, die technische Hürde des Kopierschutzes zu überwinden.
Durch Umwandeln zum Ziel?
Im Internet tauchen bereits erste Vermutungen auf, dass das Wasserzeichen mitsamt persönlichen Daten entfernt werden könne, wenn die im AAC-Format gekauften Lieder in ein anderes Format umgewandelt würden. Hierbei müsse allerdings mit einem Qualitätsverlust gerechnet werden. Bislang gab es von Apple noch keinen Kommentar zu den Markierungen in iTunes Plus.
MP3-Musikportal akuma: "Wasserzeichen-Verzicht hat Vorteile"
Auch das Musikportal akuma.de, welches wie netzwelt.de zur H2 media factory GmbH gehört, nutzte anfangs digitale Wasserzeichen in den verkauften MP3-Songs. Neben grundsätzlichen Überzeugungen hatte der endgültige Verzicht auf die Markierung Ende 2008 laut Olga Hottes, Projektleiterin von akuma.de, auch technische Vorteile: "Neben besserer Kompatibilität und Download-Geschwindigkeit konnten wir durch die Entfernung der Wasserzeichen einheitlich die Datenqualität der MP3s mit einer Bitrate von 256 kBit/s auf 320 kBit/s steigern."








Beiträge
insgesamt 2 BeiträgeÄhm... die Datenrate von 256kBit/s nach 320kBit/s zu konvertieren bringt keine Qualitätssteigerung. Da das Ausgangsmaterial nur 256kBit/s hat, können die abgeschnittenen Frequenzen nicht wieder herbei gezaubert...
Was bitte hat die Datenrate mit der Existenz oder Nicht-Existenz des Wasserzeichens zu tun?