Geheime Botschaft im Quellcode des Schädlings Win32/Zlob
Virenschreiber grüßt Microsoft: "Ihr seid tolle Typen!"
Im Programmcode seines Schädlings hat ein Virenschreiber eine Botschaft an Microsoft hinterlassen. So findet sich mitten in einer Variante der bekannten Malware Win32/Zlob ein Neujahrsgruß sowie ein Lob an die Entwickler des Konzerns. Doch sein erstes Schriftbekenntnis ist das nicht.
"Hallo aus Russland, ihr seid echt tolle Typen! Frohes neues Jahr und weiterhin viel Erfolg." Was im ersten Moment klingt wie eine normale Botschaft zum Jahrswechsel, ist in Wirklichkeit Teil eines Schädlings. Der anonyme Virenschreiber platzierte den Text mitten im Quellcode der Malware Win32/Zlob, Adressat war das Sicherheits-Team von Microsoft.
Weiterhin lobte der Programmierer, wie schnell Microsoft auf Bedrohungen aus dem Internet reagieren konnte und gab im gleichen Atemzug seinen Rückzug aus dem Virenschreiber-Geschäft bekannt. Entdeckt wurde die Botschaft allerdings nicht von Microsoft selbst, sondern einem französischen Sicherheits-Entwickler. Dieser veröffentlichte den Text auf seinem Blog.
Unbekannt ist bislang, ob es sich bei dem mitteilungsfreudigen Virenschreiber um den Schöpfer des Zlob-Trojaners handelt. Laut Joe Stewart von SecureWorks werden nämlich alle Schädlinge, die den , irreführend in die Zlob-Kategorie gesteckt.
Begegnung der zweiten Art
Microsoft-Sprecher Tareq Saade zeigte sich erfreut darüber, dass der anonyme russische Programmierer vorhabe, sich andere Aufgaben zu suchen. Denn immerhin ist er ein alter Bekannter: Bereits im Oktober 2008 platzierte der Virenschreiber eine Botschaft in einem seiner Schädlinge. "Ich möchte die Leute vom Windows-Defender-Team von Angesicht zu Angesicht treffen", titelte er damals bedrohlich und in schlechtem Englisch.
Einen Seitenhieb zum Ende konnte der Unbekannte sich bei der aktuellen Botschaft aber nicht verkneifen: "Es ist lustig, dass Microsoft mir in der Vergangenheit sogar mal einen Job angeboten hat, um den Schutz von Vista zu verbessern", schrieb er und fügte hinzu: "Für mich war das uninteressant. Nur eine Ironie des Lebens."


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