Technik funktioniert, Standard fehlt, Serienproduktion ungewiss

CES-Trend: Akku aufladen ohne Kabel

Das Ende des verknoteten Kabelsalats kommt näher. Auf der Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas stellten mehrere Firmen Produkte vor, die es erlauben die Akkus von Handy, Laptop oder Akkuschrauber ohne Kabel aufzuladen. Bisher fehlt aber noch ein verbindlicher Standard drahtlos ladefähige Geräte.

Palm Touchstone
Palm Touchstone: Palm Pre drauflegen und schon fließt der Strom in den Akku.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Magnetspulen statt Kabel
  2. 2Erstes Smartphone ohne Ladekabel
  3. 3Philosophisch: Henne oder Ei, Konsument oder Hersteller
  4. 4Adapter als Zwischenlösung

Ein Ladegerät für den Laptop, ein Ladegerät für die Digitalkamera, ein Ladegerät für den MP3-Player und ein Ladegerät für das Handy. Da sich die Elektronikhersteller nicht auf einen Standard einigen können, trägt der moderne Mensch heute eine große Bürde mit sich rum. Die Kabel der Netzteile verknoten sich bei Transport und Lagerung und hat man mal ein Ladegerät vergessen, kann man nicht irgendeines als Ersatz verwenden.

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Magnetspulen statt Kabel

Damit solle in Zukunft Schluss sein, verkündeten die US-Unternehmen Fulton Innovation und Powermat auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas und präsentierten ihre Prototypen. Eine Auflagefläche soll in Kombination mit idealerweise in den Geräten integrierten Magnetspulen für Strom-Nachschub sorgen. Schlimmstenfalls befänden sich die Spulen in einer Schutzhülle oder einem Adapter. Mit Letzteren müssen sich Powermat und Fulton Innovation behelfen, bis eine Magnetspule zum Aufladen zum Standard bei neuen Geräten geworden ist.

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Ladestation von Fulton Innovation. Die Ladestation von Powermate funktioniert nach dem gleichen Prinzip.

Die drahtlose Stromübertragung funktioniert durch magnetische Resonanz. Die Sendespule des Ladegeräts überträgt elektromagnetische Energie zur Empfängerspule im Gerät. Nur wenn die Resonanzfrequenz dieselbe ist, nimmt das Gerät Energie auf. Andere Objekte sollen nicht beeinflusst werden. Ein RFID-Chip sorgt für eine eindeutige Identifizierung. Sein Signal aktiviert die Aufladefläche und teilt ihr mit, welches Gerät aufzuladen ist.

Erstes Smartphone ohne Ladekabel

Während Fulton und Powermat in Las Vegas nur Prototypen vorzeigen konnten, ist der Smartphone-Hersteller Palm schon weiter. Sein neuestes Telefon, den Palm Pre, liefert er mit einem drahtlosen Aufladegerät namens Touchstone aus. Andere Herstellen können jetzt also nicht mehr behaupten, in ihren Handys sei kein Platz für die nötige Magnetspule. Schließlich haben Fulton und Powermat ja auch zahlreiche Geräte für ihre Ladestationen umgebaut.

Der Palm Touchstone macht aber auch deutlich, dass das Ende des Chaos beim Aufladen noch in weiter Ferne ist. Denn auf der Aufladestation kann nur der Palm Pre aufgeladen werden. Es gibt bisher noch keinen Standard für das drahtlose Aufladen von Akkus, der Geräte verschiedener Hersteller miteinander kompatibel machen würde. Seit Mitte Dezember existiert zwar ein "Wireless Power Consortium" von Technikproduzenten wie Philips, Olympus, Texas Instruments, Logitech oder Fulton Innovation. Aber bis ein Standard erarbeitet ist, dürfte es noch einige Zeit dauern.

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