Musikdienst auf der Macworld-Messe runderneuert
Apple iTunes: DRM raus, variable Preise, UMTS-Zugang
Im Vorfeld der Macworld 2009 wurde über Mac mini, iMac und neue iPhones gemunkelt, doch Apples interessanteste Neuvorstellung war nicht bei der Hardware zu finden, sondern bei iTunes. Der Musik-Shop verabschiedet sich endgültig von DRM, auch das starre Preismodell wird aufgelöst.
Insgesamt sechs Milliarden Lieder hat Apple dank iTunes nach Expertenschätzungen bislang verkauft, davon alleine 2,4 Milliarden im vergangenen Jahr. Um sich gegen die wachsende Konkurrenz behaupten zu können, hat der Konzern bei der gestrigen Keynote auf der Macworld 2009 zwei gravierende Änderungen an dem Musik-Shop iTunes bekanntgegeben.
Musikkatalog ohne DRM
Ab dem 1. April 2009 können Käufer sämtliche zehn Millionen Songs ohne das Digitale Rechtemanagement (DRM) erwerben. Damit steht es den Nutzern frei, die Lieder nach Belieben zu brennen, kopieren oder auf beliebige Abspielgeräte zu bringen. Nach wie vor setzt iTunes nicht auf das MP3-Format, sondern nutzt Advanced Audio Coding (AAC) für die Kompression der Audiodaten.

Neuigkeiten bei iTunes: Kein DRM mehr, neue Preise.
Schon seit Februar 2007 übte Apple offen Kritik an den DRM-Maßnahmen der Plattenfirmen, jetzt haben diese offenbar eingelenkt. Von den Major Labels hatte bislang nur EMI auf die DRM-Lizensierung verzichtet, nun ziehen auch Universal, Sony BMG und Warner sowei die zahlreichen Independent Labels nach.
Laut Apple sind bereits jetzt acht der zehn Millionen Titel ohne DRM verfügbar. Wer DRM-geschützte Lieder über iTunes erworben hat, soll diese für 30 Cent pro Track oder 30 Prozent des Kaufpreises eines Albums befreien können. Die DRM-freien Lieder laufen ab sofort unter dem Namen iTunes Plus - gleichzeitig erhöht Apple die Qualität auf eine Kompressionsrate von 256 Kilobit pro Sekunde.
Preise von 0,69 bis 1,29 Euro
Bislang war es strenge Firmenpolitik von Apple, auch gegen die Widerstände der Plattenfirmen, sämtliche Lieder über iTunes einheitlich für 0,99 Euro zu verkaufen. Von diesem starren Modell weicht der Konzern jetzt ab und bietet den Rechteinhabern drei verschiedene Preise zur Auswahl: 0,69 Euro, die alten 0,99 oder 1,29 Euro. Experten gehen davon aus, dass neue oder besonders beliebte Songs damit in die hohe Preisklasse eingestuft werden und altes Material vergünstigt wird.
Auch Besitzer des Apple iPhone können sich freuen: Bislang war für sie der Kauf und Download von iTunes-Inhalten nur über einen WLAN-Zugang möglich. Von jetzt an bietet der Konzern den iPhone-Nutzern auch eine UMTS-Schnittstelle an - sobald diese also ins Internet gehen können, ist auch der Zugriff auf iTunes möglich.

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