Schädling blockiert The Pirate Bay und Mininova
Anti-Torrent: Trojaner sperrt Filesharing-Seiten aus
Viren legen den Computer lahm, zerstören Dateien oder versuchen, sie zu stehlen. Nicht aber der Schädling namens Troj/Qhost-AC: Als Programm zum Umgehen von Lizenzen getarnt, blockiert er zwei der weltweit größten Portale für Filesharing über das BitTorrent-Protokoll.
Ein Schädling mit der Bezeichnung Troj/Qhost-AC versucht derzeit, sich als Helfer der Unterhaltungsindustrie zu präsentieren. Einmal in dem System eingenistet, ändert der Trojaner in der hosts.txt des Windows-Ordners die Zuordnung zweier Websites, sodass diese zur IP-Adresse 127.0.0.1 umgeleitet und damit nicht mehr aufgerufen werden können.
Das Kuriose: Bei den beiden Seiten handelt es sich um The Pirate Bay und Mininova. Beide gehören zu den weltweit größten und erfolgreichsten Torrent-Trackern, über die Filesharer die notwendigen Informationen erhalten, Dateien über das BitTorrent-Netzwerk herunterzuladen.

Troj/Qhost-VC: Torrent-Seiten blockieren gegen Downloads.
Und damit nicht genug: Der Trojaner veranlasst zudem das Öffnen von Popups, welche das Tauschen von urheberrechtlich geschützten Dateien anprangern. Darüber hinaus ertönt in unregelmäßigen Abständen eine Audio-Ansage mit den Worten: "Downloading is wrong".
Warnung oder Scherz?
Der Schädling Troj/Qhost-VC tarnt sich als Key-Generator, der bei illegal erworbenen Programmen Lizenzschlüssel generieren soll. Mittlerweile wurden die betroffenen Downloads entfernt, sodass die Verbreitung des Trojaners eingedämmt sein dürfte. Unklar ist indes, ob tatsächlich die Unterhaltungsindustrie ihre Finger im Spiel hat oder sich jemand schlicht einen Scherz erlaubt hat.

Filesharing ist trotz Peer-Netzwerk ein einsames Hobby; die Freunde bleiben außen vor und auch die Kollegen im P2P-Kreis sind bis auf ihre Nicknames Unbekannte. Die Freeware Torrent Swapper gibt dem Torrent-Tausch einen persönlichen Anstrich: Benutzer können Download-Empfehlungen einholen und die Bandbreite von Bekannten mitnutzen.
Datentausch über das BitTorrent-Protokoll lohnt sich speziell bei großen Dateien. Nicht selten lassen Nutzer die Programme daher stundenlang im Hintergrund laufen. Hier besitzt µTorrent einen ausgezeichneten Ruf: Schlank, ressourcenschonend und trotzdem mit allen nötigen Funktionen ausgestattet.
Die holländische BitTorrent-Suchmaschine Mininova schaltet als Folge einer Unterlassungserklärung große Teile des Angebots ab. Die Administratoren haben sämtliche Torrents aus der Datenbank entfernt, die nicht über den hauseigenen Vertriebsdienst "Mininova Content Distribution" auf das Portal gelangt sind.





