Fraunhofer IIS bringt Raumklang in Multimedia-Dateien
MPEG Surround: Mehr Kanäle für die Musik
Codecs & Filter
Bislang lieferten Multimedia-Dateien, die im MPEG-Standard vorliegen, lediglich den klassischen Stereoton. Doch die MP3-Erfinder vom Fraunhofer IIS haben andere Pläne: MPEG Surround soll die Inhalte in 5.1 übertragen und trotzdem zu gewöhnlichen Geräten kompatibel sein.
Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) geben sich schon seit längerem nicht mehr mit dem bloßen Stereosignal zufrieden, das beispielsweise Musik im MP3-Format liefert. Eine neue Kompressionstechnik namens MPEG Surround soll die vollen sechs Kanäle eines 5.1-Systems nutzen.
Laut Harald Popp, dem Leiter der Abteilung Multimedia-Echtzeitsysteme beim Fraunhofer IIS, liegt ein Vorteil von MPEG Surround darin, dass die Multimedia-Dateien abwärtskompatibel seien. Beherrscht ein Gerät also die Ausgabe von 5.1-Sound nicht, werde ein klassisches Stereosignal ausgegeben.
Genau diese Ambivalenz wollen die Fraunhofer-Wissenschaftler Anfang Januar auf der Consumer ELectronics Show (CES) in Las Vegas demonstrieren. Spielt ein iPod die mit MPEG Surround komprimierten Dateien in einer speziellen Docking-Station ab, erklingt 5.1-Ton. Im Alleinbetrieb bleibt zwar vom Surround-Sound keine Spur mehr, die Audio-Datei wird dennoch abgespielt.

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MPEG Surround: Multimedia-Streich des Fraunhofer IIS.
(Klick vergrößert.)
Neuer Standard abseits des Computers
Geht es nach Popp, soll MPEG Surround zum neuen Multimedia-Standard avancieren und Mehrkanal-Ton so ins Auto und auf tragbare Geräte bringen. Dazu arbeitet das Fraunhofer IIS mit der Unterhaltungsindustrie und den Hardware-Produzenten zusammen. Eine passende Software für Drittanbieter könne bei der Bereitstellung von 5.1-Inhalten helfen, heißt es weiter.
MPEG Surround arbeitet als Kompressionstechnik mit gängigen Formaten wie AAC oder MP3 zusammen. Speziell für Letzteres haben die Wissenschaftler bereits eine Mehrkanal-Variante namens MP3 Surround auf den Markt gebracht. Zwar nutzen bereits einige deutsche Radiosender das gegenüber der klassichen MP3 etwa zehn Prozent mehr Platz beanspruchende Format, an den passenden Abspielgeräten hapert es aber noch.
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