Hyperlinks und Informationen in Bildern unterbringen
MOBVIS-Projekt: Orientierung mit Hilfe von Fotos
Eine Horrorvorstellung: Sie wachen in einer fremden Stadt auf und haben keine Erinnerung mehr. In Hollywood-Filmen wäre jetzt Panik angesagt. Sie aber ziehen Ihr Mobiltelefon aus der Tasche und schießen einfach ein Bild von der Umgebung. Kurz darauf erhalten Sie die Information über diese und können sich fortan orientieren: Europäischen Forschern ist es gelungen, die von einem Mobilfunktelefon geschossenen Bilder sofort mit Hyperlinks und den dazugehörigen Informationen zu versehen.
Die so genannte MOBVIS-Plattform bietet damit der Navigation und Informationsbeschaffung ganz neue Wege zur Orientierung. Schnell kommt das Bild mit Hypertext-Links, den Namen der möglichen Gebäuden und Straßeninformationen auf das Display. Die Links wiederum führen Informationen wie Geschichte der Umgebung, Dienstleister in der Nähe oder allgemeine Informationen zum Bild mit sich. Sie haben also die Wirklichkeit auf Ihr Foto projiziert.
Geniestreich: Vergleichender Algorithmus
Der vergleichende Algorithmus, der von der Universität von Ljubljana, einem Partner des Projektes, entwickelt worden ist, kann Unterschiede zwischen Gebäuden oder Denkmälern erkennen und Zusammenhänge zu den Straßen bilden. Das gesamte System beruht auf einer Datenbank mit Panoramen, Fotografien und dazugehörigen Informationen: Eine Mischung aus Google Maps und Streetview.
Das System bestand seinen ersten Praxis-Test mit 80-prozentiger Genauigkeit, was für einen Probelauf ein sehr guter Wert ist. So zumindest lautet der Konsens der Forscher, den Ale Leonardis, Chef der Forschungsabteilung in Slowenien, bei der Vorstellung der Ergebnisse an das Publikum weitergab. "Zwar konnte das System hin und wieder Gebäude nicht identifizieren, doch gab es nie eine falsche Verbindung zu anderen Gegenständen", so der Forscher.
Benutzern wurde eine fünfminütige Aufgabe in Form einer Instruktion auf das Handy gespielt, die sie dann anhand von Bildern aus Graz und deren Information lösen mussten. Die erfasste Stadt ist damit die erste überhaupt und nach diesem Erfolg sollen andere Städte folgen. Für Urlauber, Orientierungslose oder Technik-begeisterte werden damit die neuen Informationskanäle ein weiterer Schritt in die Digitalisierung sein.
