Ebay: Millionenbetrug mit Uhren von Modemarken
Insolvenzverfahren eröffnet
Am 17. Dezember 2008 eröffnete das Amtsgericht Bonn das Insolvenzverfahren gegen die Topseconds GmbH. Daraus lässt sich schließen, dass ein großer Teil der Vorkasse-Einnahmen von 1,4 Millionen Euro inklusive der Versandkosten nicht mehr vorhanden ist. Laut Kölner Express fanden zwischenzeitlich auch Hausdurchsuchungen bei der Topseconds GmbH statt. Dabei hätten Polizei und Staatsanwaltschaft Akten und Computer beschlagnahmt.
Besonders bitter: Der von eBay beworbene PayPal-Käuferschutz greift in diesem Fall nicht, da der Powerseller "topseconds" kein PayPal anbot. Den Standard-Käuferschutz, der in diesem konkreten Fall zum Tragen gekommen wäre, hat eBay aber abgeschafft.
Gescheitertes Geschäftsmodell oder geplanter Betrug
"Falle Internet" vermutet bei der Topseconds GmbH keinen lang geplanten Betrug, sondern gibt einem zweifelhaften Geschäftsmodell die Schuld und nimmt auch eBy in die Verantwortung. Das Auktionshaus habe es toleriert, dass der Verkäufer eine 14-tägige Versandzeit angegeben habe. Dabei deute eine so lange Versandzeit darauf hin, dass der Verkäufer die Waren erst nach Eingang der Zahlung ordert.
Bei diesem Geschäftsmodell führen unter anderem Probleme mit Lieferanten dazu, dass keine Gelder für Rückzahlungsforderungen von Kunden vorhanden sind. Bei Liquiditätsproblemen liege außerdem die Versuchung nahe, mit Geld aus der Vorkasse Lücken zu stopfen. Reichen die erzielten Preise nicht zur Deckung der Kosten des Verkäufers aus, werden die Probleme gravierend. "Falle Internet" fordert, dass eBay solche Situationen früher erkennen muss, um die Notbremse zu ziehen.
Wie sollen sich Betroffene verhalten?
Betroffene Kunden der Topseconds GmbH sollten in jedem Fall Strafanzeige bei der Polizei Bonn erstatten, auch wenn die Aussichten gering sind, die gezahlten Gelder zurück zu bekommen. Für einen Austausch zum Thema bietet sich das netzwelt-Forum an.
