Fable 2 und Fallout 3: Kurze Tests für lange Winterabende
Kämpfe und Entwicklung
Fable 2 ist von der Ausrichtung ein klares Action-Rollenspiel, was sich vor allem in den Kämpfen bemerkbar macht: Schnelle Kombinationen aus Nah-, Fernkampf und Magie sind hier zielführender als langes Taktieren. Auch die in Rollenspielen so wichtige Charakterentwicklung und neu erlernte Fertigkeiten sind Arcade-lastig. Fable 2 bemüht sich hier, Sie so wenig wie möglich aus dem Spielfluss zu reißen.
Bei Fallout 3 verschmelzen Sie stärker mit dem Protagonisten. Ein umfangreiches System aus Fähigkeiten, Waffensystemen, Hacker-Talenten und medizinischen Kenntnissen verlangt der Charakterentwicklung einiges an Planungsarbeit ab. Die Kämpfe sind durch einen zuschaltbaren Pausenmodus taktischer, verhindern dadurch aber unbeschwertes Gemetzel in Massenschlachten.
Von Moral und Freiheit
Fable 2 misst den moralischen Entscheidungen des Helden große Bedeutung bei. Wie Sie sich im Spiel verhalten, hat nicht nur Auswirkungen auf die Mitmenschen, sondern auch Ihr eigenes Aussehen. In der Spielwelt selbst können Sie sich frei bewegen, die Reihenfolge der Aufgaben wird aber oft durch das Spiel vorgegeben. Fable 2 besticht dafür durch eine soziale Komponente: Sie können Ihren Charakter Emotionen ausdrücken lassen, heiraten, Zeit mit Ihrem Hund verbringen und sich mit gänzlich unheldenhafter Arbeit etwas dazu verdienen.
Fallout 3: Verstrahlter Überlebenskämpfer
Wegen der teils drastischen Gewaltdarstellungen ist Fallout 3 nicht für Spieler unter 18 Jahren geeignet. Der Titel ist auf den Plattformen PC, Xbox 360 und Playstation 3 erschienen, netzwelt hat die Xbox-Version getestet.
Zwar spielt Fallout 3 in der Zukunft, durch den Atomkrieg ist die Welt von Stil und Optik in den 50er Jahren steckengeblieben.
Von Idylle keine Spur, in Fallout 3 liegt kaum ein Stein auf dem anderen.
In den meisten Fällen sind Sie auf sich allein gestellt und haben es mit Horden mutierter Feinde zu tun.
Im Verlauf des Spiels begegnen Sie immer wieder den Ansichten und Zielen unterschiedlicher Gruppierungen und müssen diese mit Ihren eigenen Aufgaben in Einklang bringen.
Kämpfe führen Sie nicht im Stil hektischer Ego-Shooter, sondern duellieren sich durch einen Pausenmodus sehr taktisch.
Mit Ihrem ersten Schritt aus dem Atomschutzbunker betreten Sie Fallout 3 als unbeschriebenes Blatt und können Ihren Ruf frei gestalten. Ihre Entscheidungen und Handlungen beeinflussen das Karma des Protagonisten, sodass Sie entweder mit guten oder zwielichtigen Personen zu tun haben. Zwar gibt es Quests, die in Fallout den roten Faden weiterspinnen. Die Welt lädt jedoch geradezu dazu ein, das Spiel auf eigene Faust zu erkunden.
Fazit: Eintauchen, genießen, dabei bleiben
Fable 2 und Fallout 3 haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam - bis auf die Tatsache, dass beide als Rollenspiele durchgehen. Wo Fable 2 den Spieler in eine bunte Fantasy-Welt mit Trollen, Schwertern und Magie entführt, zeichnet Fallout 3 das apokalyptische Zukunfts-Szenario einer durch Krieg zerstörten Gesellschaft. Auch Kampf, Charakterentwicklung, Aufgaben und Dialoge könnten unterschiedlicher kaum sein.
Trotzdem schaffen es beide Titel, den Spieler in die Welt zu ziehen, dort zu halten und vor allem zu unterhalten. Bei Fable 2 begleiten Sie den Protagonisten auf seiner Reise, bei Fallout 3 sind Sie es. Fable 2 ist kurzweiliger und betont die Action stärker, Fallout 3 kommt nicht zuletzt durch das gesellschaftskritische Szenario erwachsener daher. Was beide Spiele ausgezeichnet umgesetzt haben, ist die Möglichkeit, die klassische Heldenrolle in Frage zu stellen und moralisch frei von auferlegten Zwängen zu agieren. Eine Garantie für unterhaltsame RPG-Stunden.
