Fahrzeuge als umweltschonende Hilfe bei Belastungsspitzen

Elektro-Autos: Vom Stromsparer zum Stromspeicher

Elektro-Autos: Vom Stromsparer zum Stromspeicher Bekannt ist, dass Elektroautos gegenüber ihren Kollegen mit Verbrennungsmotoren besser für die Umwelt sind. Doch die Fahrzeuge könnten dem Stromnetz noch mehr helfen: Eine entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt, würden die E-Autos zu Spitzenzeiten als Energie-Reserve dienen.

Elektro-Autos nicht nur als Stromsparer, sondern als Stromlieferanten - mit dieser Idee beschäftigte sich am gestrigen Donnerstag der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE). In einer Studie zu den Perspektiven von Stromversorgungssystemen und Speichertechnologien legte der VDE in Berlin neue Ideen vor.

Ein Problem sei heutzutage, dass der aus regenerativen Energien wie Sonne, Wasser und Wind gewonnene Strom nicht ausreichend steuer- und speicherbar ist. Das Ziel der Bundesregierung: 40 Prozent des Stroms sollen bis 2020 aus regenerativen Energien stammen. Um den auftretenden Überschuss nicht verpuffen zu lassen und speziell bei Spitzenbelastungen nicht von fossilen Brennstoffen und Atomkraft abhängig zu sein, setzen die Stromversorger daher auf Elektroautos.

Werbung

Stromreserve auf vier Rädern

Eine Möglichkeit sei laut der VDE-Studie, die E-Autos ins Stromnetz zu integrieren und so eine Art virtuellen und fahrbaren Großspeicher zu erzeugen. Die nötige Infrastruktur und entsprechende Menge an Be- und Entladestationen vorausgesetzt, könnten die Fahrzeuge so bei übermäßigem Bedarf einen Teil der mitgeführten Energiereserven abgeben.

VDE
VDE: Studie überprüft Elektroautos als Stromspeicher.

Laut Dirk Uwe Sauer, Professer am Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) an der Technischen Hochschule Aaachen, sei dabei ein Finanzierungsmodell denkbar, bei dem die Fahrer von Elektro-Autos vergütet werden, wenn sie als mobiler Stromspeicher fungieren.

E-Fahrzeuge doppelt positiv

Ein Kernpunkt bei dieser Überlegung sei, dass ausreichend mit Strom betriebene Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein müssten. Laut Sauer genüge ein Anteil von drei bis fünf Prozent, um hier spürbare Einspareffekte messen zu können. Zudem sei eine Zunahme von E-Autos generell gut für die Umwelt: Im klassischen Pendlerverkehr könnten sie gegenüber normalen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zwei Drittel an Energie einsparen.

Forum

Eigenen Kommentar schreiben