Online-Portal verbindet Versender und private Transporteure
Stuff2Send: Pakete zustellen nach dem P2P-Prinzip
Eine Situation, die permanent auftritt: Jemand muss einen Gegenstand transportieren. Eine andere Person wiederum fährt sowieso dort hin. Das Online-Portal Stuff2Send bringt diese beiden Personen zusammen und ermöglicht so eine individuelle Paketzustellung in Eigenregie.
Das britische Online-Portal Stuff2Send macht sich das Grundprinzip des Filesharings zunutze, um Pakete zustellen zu lassen: P2P, also Tausch unter Gleichgesinnten. Und alles, was diese Personen machen müssen, ist sich entweder als Versender oder Transporteur bei Stuff2Send anzumelden.
Wer Gegenstände verschicken will, zahlt nichts - für die Transporteure ist eine Jahresgebühr von umgerechnet zwölf bis 18 Euro fällig. Stuff2Send fungiert als eine Art Mitfahrgelegenheit für Pakete. Der Versender stellt einen Auftrag und den Ort für die Abholung online, Transporteure prüfen anhand von Karten und Filtern, welche Angebote in der Nähe liegen.
Mitfahrgelegenheit für Pakete
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass sämtliche Aufgaben von Privatleuten übernommen werden - Post, Zustelldienste oder der Staat sind nicht involviert. Der Wahlspruch von Stuff2Send lautet: "Wir bringen die Menschen, die etwas an einen Ort versenden möchten, mit denen zusammen, die ohnehin dort hinfahren wollen."

Stuff2Send: Wo Gegenstände einen Transportdienst finden.
Der Kontakt zwischen beiden Parteien erfolgt über Stuff2Send, danach einigen sich Versender und Transporteur über einen Preis und die Übergabe der Ware kann erfolgen. Dabei betont Stuff2Send, dass es sich um eine Win-Win-Situation handele: Der Versender spart Zeit, möglicherweise auch Geld gegenüber herkömmlicher Versandmethoden und kann mit dem Transporteur individuelle Zeiten und Routen aushandeln.
Dieser hat die Möglichkeit, zusätzliches Geld zu verdienen, indem er Pakete auf einer Strecke mitnimmt, die er sowieso fahren muss. Sobald der daraus erwirtschaftete Gewinn die Mitgliedschaft bei Stuff2Send übertrifft, lohne sich das Geschäftsmodell auch für ihn. Und beide Seiten können das Gefühl haben, etwas für die Umwelt zu tun, weil unnötige Fahrten wegfallen.
Schutzmaßnahmen gegen treulose Transporteure
Um Missbrauch und Diebstahl von Paketen zu verhindern, setzt Stuff2Send auf einige Kontrollmechanismen. Von den Transporteuren kennt das Portal neben Name und Anschrift auch Führerschein, Kennzeichen sowie die Inhalte des polizeilichen Führungszeugnisses.
Der Versender kann die Transporteure zudem - ähnlich wie beim Auktionshaus eBay - über ein Feedback-System bewerten. Darüber hinaus steht es ihm frei, eine persönliche Übergabe des Transportgegenstandes zu verlangen, um sich von der Seriosität zu überzeugen. Noch arbeitet des Online-Portal Stuff2Send allerdings nur innerhalb Großbritanniens.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.
