Portal-Betreiber kommt der EU-Forderung von Anfang 2008 nach
Yahoo: Nutzer-Daten werden nur 90 Tage gespeichert
Yahoo hat in einer Pressemitteilung angekündigt, zukünftig die Daten der Nutzer nur noch 90 Tage zu speichern. Nach diesen gut drei Monaten anonymisiert Yahoo die Nutzer-Daten, indem das Unternehmen die IP-Adressen aus ihren Protokollen entfernt. Die IP-Adresse stellt die Identität des Computers dar, anhand derer sich feststellen lässt, welcher PC aus welchem Netzwerk auf die Yahoo-Seiten zugreift.

Inhaltsverzeichnis
- 1Speicherung in Ausnahmefällen länger
- 2EU fordert sechs Monate als Obergrenze
- 3Google speichert Daten 18 Monate lang
Speicherung in Ausnahmefällen länger
Der "verantwortungsvolle Umgang mit Daten" sei ein entscheidender Faktor für den Erhalt von vertrauensvollen Nutzerbeziehungen, heißt es in der Yahoo-Meldung. Wie das Unternehmen angibt, gebe es beim neuen 90-Tage-Grundsatz einige Ausnahmen: etwa im Falle eines Betrugsverdachtes oder wenn das Gesetz eine dauerhafte Speicherung der Nutzer-Daten vorschreibt. Tritt einer dieser Ausnahmefälle ein, speichert Yahoo die Daten bis zu sechs Monate, jedoch nicht über diesen Zeitraum hinaus.
EU fordert sechs Monate als Obergrenze
Auslöser für die neue Speicherungs-Politik war eine Forderung der EU: Verbraucherschützer hatten im Frühjahr 2008 erstmals von Internet-Unternehmen gefordert, dass diese die Daten von Nutzern nicht länger als sechs Monate speichern. Microsoft bot daraufhin an, für seine Suchmaschinen die Daten den EU-Wünschen entsprechend nur ein halbes Jahr zu speichern - vorausgesetzt die übrigen Suchmaschinen-Betreiber würden mitziehen.
Google speichert Daten 18 Monate lang
Im September 2008 erklärte sich Google bereit, die Speicherdauer von IP-Adressen von 18 Monaten auf neun Monate zu reduzieren. Der EU-Forderung von maximal sechs Monaten Daten-Speicherung kam Google nicht nach: Das Unternehmen gab am 12. Dezember bekannt, den Zeitraum von neun Monaten nicht noch einmal zu verkürzen. Als Begründung gab Google in einem Interview mit dem "Handelsblatt" unter anderem an, dass die Daten für eine Verbesserung der Rechtschreibkorrektur hilfreich seien. Außerdem helfe eine längere Speicherdauer den Entwicklern dabei, besser auf die Nutzer einzugehen.

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