Preise könnten um bis zu 14 Prozent steigen

Zollgebühren: EU-Staaten wollen Handys teurer machen

Zollgebühren: EU-Staaten wollen Handys teurer machen Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union überlegen Zollgebühren bei der Einfuhr von Mobilfunktelefonen zu erheben. Hochwertige Handys könnten dadurch um bis zu 14 Prozent teurer werden. Dies berichtet der Internetdienst heise online unter Berufung auf den europäischen Branchenverband EICTA (European Information & Communications Technology Industry Association).

Entsprechende Pläne würden laut heise online im "Customs Code Committee", in dem die 27 EU-Mitgliedsstaaten vertreten sind, beratschlagt. Von Seiten der EICTA, in der alle wichtigen Technikunternehmen organisiert sind, heißt es: "Solche Maßnahmen senden das falsche Signal und bestrafen die wichtigsten Kräfte der ökonomischen Erholung in Europa: Konsumenten und Innovatoren."

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Neben der EU-Kommission sind angeblich die Niederlande und Deutschland die treibenden Kräfte hinter der Einführung der neuen Zölle. Einem bereits ausgearbeiteten Regelungsvorschlag zufolge sollen Handys nicht von der Erhebung von Zollgebühren ausgenommen sein, wenn mindestens eine der folgenden Komponenten verbaut ist: Eine Digitalkamera mit einer Auflösung von mehr als vier Megapixeln oder einem optischen Zoom, eine Vorrichtung zur Navigation, zum Beispiel ein GPS-Modul, oder ein Empfänger für Fernsehprogramme.

Handy oder nicht, das ist hier die Frage

Auch ein Display mit einer Diagonalen größer als sieben Zoll sei angeblich ein Grund für die Aufhebung der Zollfreiheit. Wobei derzeit kein Mobiltelefon auf dem Markt existiert, das in der kompletten Diagonalen sieben Zoll misst. Handy-Uhren und andere Geräte ohne Lautsprecher und Mikrofon, mit denen man mittels Headset Gespräche führen kann, sollen auch keine Zollfreiheit genießen.

3,7 Prozent Einfuhrzoll fielen an, wenn ein Handy als Navigationsgerät eingestuft werden würde. 14 Prozent Zoll würden bei einer Einstufung als TV-Gerät fällig. Für Kameras fallen derzeit keine Zollgebühren an, sofern sie nicht mehr als 29 Minuten und 59 Sekunden Bewegtbilder aufzeichnen können.

Wirtschaft sieht Hightech-Produktion in Europa in Gefahr

Der Branchenverband EICTA warnt vor Wettbewerbsnachteilen für EU-Hersteller. Länder außerhalb der EU könnten ihrerseits mit Einfuhrzöllen auf Produkte aus EU-Ländern reagieren. Diese Strafzölle könnten deutlich höher als die europäischen 14 Prozent ausfallen.

Die Verantwortung für die Zoll-Klassifizierung von Produkten liege bei den Mitgliedsstaaten und nicht bei der EU-Kommission. Dies betonte eine Sprecherin der Kommission gegenüber den Medien. In dieser Sache stünde eine Entscheidung auch nicht unmittelbar bevor. Laut EICTA geben aber bereits Deutschland und die Niederlande keine Garantien mehr für die Zollfreiheit von Smartphones heraus. Importeure können sich also nicht mehr darauf verlassen, keinen Zoll bezahlen zu müssen.

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