Uwe Boll im Interview: "Den Wichsern poliere ich die Fresse"
Der Film Postal: Eine andere Humor-Dimension
netzwelt: Sie verfilmen mit Vorliebe Video- und PC-Spiele. Nach welchen Kriterien suchen Sie sich Ihre Film-Projekte aus?
Uwe Boll: Zwei Fragen sind entscheidend: Will ich die Story erzählen und kann ich damit Geld verdienen.
netzwelt: Der neuste Kinofilm ist die Fortsetzung des von Ihnen abgedrehten "Alone in the Dark 1" aus dem Jahre 2005. Auch "Far Cry" ist ein beliebtes Spiel, welches Sie vor kurzem verfilmt haben. Haben Sie diese Spiele eigentlich auch alle gespielt? Wie besorgen Sie sich die Informationen zu diesen Spielen?
Uwe Boll: Ich spiele die Games und lese dazu die Game-Bibel. Gespräche mit Entwicklern gehören ebenfalls zur Vorbereitung.
netzwelt: Eine britische Zeitung betitelte Sie 2006 als den "Son of Ed Wood", Regisseur des Low-Budget-Kultfilms "Plan 9 from Outer Space". Ist dies für Sie ein Kompliment?
Uwe Boll: Nein, eine Unverschämtheit, den armen Ed Wood so runterzumachen
netzwelt: Der Film POSTAL, der frei übersetzt "einen Amoklauf starten" bedeutet, hat bereits als Spiel für viele Schlagzeilen gesorgt. Der Grund: Selbst Zivilisten können vom so genannten POSTAL-Dude hingerichtet werden. Auch Ihre Verfilmung lehnt sich an diese Story an und zeigt zum Schluss ein Massaker, in dem auch Kinder erschossen werden. Viel Kritik bekamen Sie auch, weil Sie verkleidete Frauen in Bikini, Adolf-Hitler-Bart und Nazi-Armbinden um sich schießen ließen. Dazu nahmen Sie Opfer des Holocaust auf den Arm. Sind Sie am Ende des Films nicht doch zu weit gegangen? Nicht jeder versteht diese Art von Humor.
Uwe Boll: POSTAL ist der beste Film aller Zeiten. Punkt!
netzwelt: Sie haben 2008 drei Filme fertiggestellt. Was haben Sie für das neue Jahr geplant? Worauf dürfen sich Ihre Fans freuen, worüber sich die Kritiker ärgern?
Uwe Boll: Über das Siegburger Gefängnisdrama wird "Stoic" kommen. Henry Maske wird in "Max Schmeling" spielen. Aber auch "Der Sturm" und "Rampage" sind für das nächste Jahr geplant.
netzwelt: Vielen Dank für das Interview
