Der oft kritisierte Spiele-Regisseur spricht ohne Blatt vorm Mund

Uwe Boll im Interview: "Den Wichsern poliere ich die Fresse"

Uwe Boll im Interview: "Den Wichsern poliere ich die Fresse" Uwe Boll, ein Regisseur, der viele Kritiker gegen sich hat. Ein Filmemacher, der mit Vorliebe Spiele-Titel wie "Far Cry" auf die Leinwand bringt und damit immer wieder bei den Fans dieser Spiele aneckt. Ein Mann, der wegen seines etwas eigenwilligen Trash-Stils weltweit bekannt und beliebt ist, gleichermaßen aber auch gehasst wird. Was bewegt jemanden, nicht ans Aufhören zu denken, selbst wenn ihm von vielen Seiten ein scharfer Wind entgegen weht? Selbst Morddrohungen scheinen ihm nichts anzuhaben. Netzwelt sprach mit Boll und erhielt die bekannten selbstironischen Antworten.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Boll im Interview 2006: Er kann auch anders.
  2. 2Der Film Postal: Eine andere Humor-Dimension
  3. 3Das Interview führte netzwelt per E-Mail.

netzwelt: In der Internet Movie Database befinden sich sechs Ihrer Filme unter den 100 schlechtesten. Bei allen haben Sie selbst Regie geführt. Sind Sie ein so schlechter Regisseur?

Uwe Boll: Absolut!

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netzwelt: Wie ist Ihre Meinung zur Goldenen Himbeere, dem Negativ-Oscar der Filmwirtschaft?

Uwe Boll: Ein super Preis. Schade, dass ich diesen bisher nicht gewinnen konnte.

Uwe Boll im modischen Atari Shirt
Uwe Boll beim Dreh von Dungeon Siege: Von vielen gehasst, von manchen vergöttert
Foto: Jeff Hitchcock (Klick vergrößert.)

netzwelt: Im Jahre 2006 luden Sie Ihre schärfsten Kritiker zu einem Boxkampf der etwas anderen Art nach Vancouver ein. Zitat Boll: "Wenn die mich fertig machen wollen, sollen sie es doch versuchen." Was steckte hinter dieser Idee?

Uwe Boll: Die Idee war, den Wichsern die Fresse zu polieren, und das habe ich ja nun gemacht.

netzwelt: War es für Sie eine Genugtuung, Ihre behandschuhte Faust im Gesicht Ihrer Kritiker zu spüren?

Uwe Boll: Absolut.

netzwelt: Fallen die Kritiken der Geschlagenen heute anders aus?

Uwe Boll: Zwei haben die Schreibe an den Nagel gehängt. Die anderen zwei sind seitdem Boll-Fans.

netzwelt: Die Menge an Boll-Gegnern führte auch dazu, dass es im April 2008 zu einer Petition gegen Sie reichte. In dieser wurden Sie aufgefordert, das Filmemachen sein zu lassen. Bisher sind über 300.000 Unterschriften zusammengekommen. Ein zusätzliches Papier ist nach Ihrer letzten Äußerung auf den Weg gebracht worden, nämlich als Sie sagten, dass Sie erst bei einer Millionen Unterschriften aufhören würden, Filme zu machen. Wie ernst ist es Ihnen damit?

Uwe Boll: There is no bad press.

Boll im Interview 2006: Er kann auch anders.

netzwelt: Die ständige Negativ-Kritik kann Sie beim besten Willen nicht kalt lassen. Gibt es von Ihnen auch Filme, die Sie im Nachhinein selbst als schlecht beurteilen?

Uwe Boll: Ja, aber vor allem hasse ich die von anderen Regisseuren.

netzwelt: Welches Budget reicht Ihrer Meinung nach aus, um einen guten Film zu drehen?

Uwe Boll: Ab zwei Millionen Dollar kann man darüber sprechen, einen Film zu drehen.

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Mal abgesehen davon, das man über das Schaffen des Herrn Boll keine zwei Meinungen haben kann, trifft dieses auch auf sein Auftreten und Verhalten zu. Anfangs war es lustig, sich selbstbewusst zu zeigen,...

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