Europäische Union setzt sich für Kinderschutz im Internet ein
Kinder im Netz: EU stellt 55 Millionen Euro bereit
Die Kulturminister der 27 EU-Staaten (Europäische Union) haben sich am Dienstag, den 09.12.08, auf die Bereitstellung von insgesamt 55 Millionen Euro für den Schutz von Kindern vor bedenklichen Online-Inhalten bis zum Jahr 2013 geeinigt. Das vom Europäischen Parlament schon abgesegnete Programm soll Kindern mehr Sicherheit beim Umgang mit dem Internet geben.
Ab 2009 soll das Programm, von höchster europäischer Ebene gefördert, in allen Mitglieds-Ländern gleichzeitig starten, um Kindern in der globalen, schwer kontrollierbaren Welt des Internets den Schutz zu bieten, der bei heutigen Diensten wie beispielsweise Blogging oder Instant Messaging zum Teil fehlt.
Die Schwerpunkte: Illegale Inhalte und Chaträume
Die Schwerpunkte liegen vor allem bei den Problematiken rund um allgemein illegale Inhalte und der abgeschotteten Möglichkeit beim Chatten. So sollen gerade in Chaträumen die Kinder besser vor fremden Erwachsenden geschützt werden.
Eine bessere Kontrolle verspricht sich die EU auch durch den Ausbau von Telefon- und Internetangeboten, bei denen Kinder sowie Erwachsende fragwürdige Internetangebote melden können. Zusätzlich fordern die Mitgliedstaaten die Internetprovider auf, technische Möglichkeiten zu schaffen, pornografische und gewalttätige Inhalte von Kindern fern zu halten.
Die Staatsfirewall: Technisch nicht unbedenklich
Die Forderung, Inhalte gezielt für alle Kinder zu blockieren, ist technisch aber fast unmöglich. Zum einen ist das Konstrukt "Internet" einfach zu komplex. Zum anderen ist das Vorhaben nur mit einer großen Staats-Firewall, wie zuletzt das Vorhaben Australiens zeigt, umzusetzen.
Verteilt man die 55 Millionen Euro auf die geplanten fünf Jahre, stehen jedem EU-Land pro Jahr circa 400.000 Euro zur Verfügung. Für den Aufbau einer grundsätzlichen Wissensbasis, die alle neuen Trends rund um die Nutzung des Internets beschreibt, stehen etwa 32.000 Euro zur Verfügung. Dieses Geld reicht aber gerade mal, um eine Planstelle finanzieren zu können. Für ein Land wie Deutschland wäre das eindeutig zuwenig.
Schon 2007 brachte die EU eine Zusammenfassung einer öffentlichen Anhörung heraus, in der beschrieben steht, dass die EU-Kommission sich verstärkt um die Verbreitung von Zugangskontroll-Programmen und Filtersystemen bemühen will. In ihr stand auch, dass ein so genanntes aktives "Abfangen" von Inhalten verboten bleibt. Daher wird das Kontrollprogramm nur mit einer Hardware-gestützten Methodik umzusetzen sein.
